ESMO-IO 2019 — Einsatz der neuesten Immuntherapien bei NSCLC zur Behandlung von Patienten an beiden Enden des Spektrums


  • Carolina Rojido
  • Univadis
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Erkenntnis

  • Patienten im Spätstadium mit weniger als 50 % PD-(L)1 haben je nach Histologie verschiedene Optionen.
  • Nivolumab plus Ipilimumab kann im neoadjuvanten Setting zu kritisch irreführenden Ergebnissen in der Bildgebung führen.

Warum das wichtig ist

  • Unterschiedliche akzeptierte Protokolle ermöglichen eine bessere Personalisierung der Behandlung.
  • Radiologen müssen sich jedoch über Immunschübe in den Lymphknoten bewusst sein.

Nichtkleinzelliges Lungenkarzinom (NSCLC) im Stadium IV:

Bei Patienten mit einer PD-L1-Konzentration von ≥ 50 % laut Einfärbung liefert eine initiale Monotherapie mit dem PD-(L)1-Inhibitor, Pembrolizumab, ein Gesamtüberleben von 20–30 Monaten und ist eine etablierte Erstlinienoption. Eine Frontlinientherapie mit Atezolizumab liefert ein Gesamtüberleben von 20 Monaten bei Patienten mit TC3/IC3 und könnte in Zukunft eine Behandlungsoption darstellen.

Eine Frontlinien-Immunchemotherapie (Chemotherapie plus PD-(L)1-Inhibitoren ± Antiangiogenetika) ist jetzt die Standardbehandlung für Patienten ohne PD-(L)1-Kontraindikationen und weniger als 50 % PD-(L)1. Sie kann auch eine Option für Patienten mit mehr als 50 % PD-(L)1 darstellen, insbesondere bei rasch fortschreitender Krankheit.

Für den squamösen NSCLC-Typ ist die Standard-Erstlinienbehandlung Carboplatin, ein Taxan, und Pembrolizumab. Bei nichtsquamösem NSCLC werden Platin, Pemetrexed und Pembrolizumab ODER Carboplatin und Atezolizumab plus Nab-Paclitaxel oder Bevacizumab plus Paclitaxel verwendet.

Hinsichtlich der Immuntherapiekombinationen könnten Nivolumab und Ipilimumab bei PD-(L)1-negativen Patienten (weniger als 1 %) vorteilhaft sein, aber Daten hierzu fehlen und hängen von zukünftigen Studien ab.

Neoadjuvantes Setting:

Nivolumab plus Ipilimumab ist wirksam, kann aber zu Immunschüben in den Lymphknoten (Nodal Immune Flares, NIF) führen: einer offensichtlich radiologisch nachweisbaren Progression in den Lymphknoten mit Granulombildung laut pathologischer Untersuchung, aber ohne Tumor. Ein NIF muss unbedingt von einer echten Krankheitsprogression unterschieden werden, damit Patienten nicht irrtümlicherweise für eine potenziell kurative Operation als ungeeignet eingestuft werden.