ESMO 2020 — Neue Hoffnung für Immuntherapie bei dreifach-negativem Brustkrebs im Frühstadium


  • Cristina Ferrario — Agenzia Zoe
  • Oncology Conference reports
Der Zugang zum gesamten Inhalt dieser Seite ist nur Angehörigen medizinischer Fachkreise vorbehalten. Der Zugang zum gesamten Inhalt dieser Seite ist nur Angehörigen medizinischer Fachkreise vorbehalten.

Erkenntnis

  • Bei bisher unbehandelten Patientinnen mit dreifach-negativem Brustkrebs (TNBC) im Frühstadium führte die Behandlung mit Atezolizumab plus einer neoadjuvanten Chemotherapie im Vergleich zu Placebo plus neoadjuvanter Chemotherapie zu einer statistisch signifikanten und klinisch bedeutsamen Steigerung des pathologischen Komplettansprechens (pCR).
  • Die Nutzen wurden unabhängig vom PD-L1(Programmed Death Ligand 1)-Status beobachtet.
  • Es traten keine neuen Sicherheitsbedenken auf.
  • Die neue Kombination könnte eine verbesserte kurative Option für diese Population darstellen.

Warum das wichtig ist

  • TNBC ist typischerweise mit hohen Raten an Rezidiven und Metastasen assoziiert.
  • Neue kurative Optionen sind notwendig.

Studiendesign

  • Randomisierte, multizentrische, placebokontrollierte, doppelblinde Studie der Phase III (IMpassion031).
  • 333 bislang unbehandelte Patientinnen mit TNBC im invasiven Stadium II–III und einer Tumorgröße von > 2 cm.
  • Randomisierung vor dem operativen Eingriff: Atezolizumab (840 mg i.v. Q2W; n = 165) oder Placebo (n = 168) plus Chemotherapie (nab-Paclitaxel für 12 Wochen, gefolgt von Doxorubicin/Cyclophosphamid für 8 Wochen).
  • Koprimäre Endpunkte: pCR in der Intent-to-treat- oder PD-L1-positiven (PD-L1+ tumorinfiltrierende Immunzellen ≥ 1 %) Erkrankung.
  • Sekundärer Endpunkt: ereignisfreies Überleben (EFS).
  • Finanzierung: F. Hoffmann-La Roche, Ltd.

Wesentliche Ergebnisse

  • Mediane Nachbeobachtung: 20,6 Monate mit Atezolizumab und 19,8 Monate mit Placebo.
  • pCR: 57,6 % mit Atezolizumab und 41,1 % mit Placebo (Differenz: 16,5 %; p = 0,0044).
  • pCR bei Patienten mit PD-L1+ Erkrankung (n = 152): 68,8 % mit Atezolizumab vs. 49,3 % mit Placebo (Differenz: 19,5 %; 1-seitige p = 0,021; nicht signifikant).
  • Medianes EFS: wurde in keiner Gruppe erreicht (HR: 0,76; 95%-KI: 0,40-1,44).
  • Die Raten häufig gemeldeter unerwünschter Ereignisse (UE) waren relativ ähnlich zwischen den Gruppen und hauptsächlich mit der Chemotherapie assoziiert.
  • Schwerwiegende behandlungsbedingte UE: 22,6 % mit Atezolizumab und 15,6 % mit Placebo.

Expertenkommentar

„IMpassion031 liefert entscheidende zusätzliche Informationen zu den Nutzen einer Immuntherapie in diesem Setting, nicht nur in Bezug auf die Wirksamkeit, sondern auch in Bezug auf die zusätzliche Bestätigung der nur mäßigen Toxizitätserhöhungen, die mit dem übereinstimmen, was bei der zusätzlichen Gabe eines Checkpoint-Inhibitors zu erwarten ist“, kommentierte Hope Rugo, Direktorin der Breast Oncology and Clinical Trials Education der University of California, San Francisco, CA, USA, die nicht an der Studie beteiligt war.

Verfolgen Sie alle Inhalte der ESMO 2020 auf   Univadis .