ESMO 2020 — Eine neue Kombination für fortgeschrittenes Melanom mit Progress unter PD-L1-Inhibitoren


  • Cristina Ferrario — Agenzia Zoe
  • Oncology Conference reports
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Erkenntnis

  • Lenvatinib plus Pembrolizumab zeigt vielversprechende Antitumoraktivität bei Patienten mit fortgeschrittenem Melanom mit bestätigtem Progress unter PD-L1-Inhibitoren (Hemmstoffen des Programmed Cell Death Ligand 1).
  • Es wurden keine neuen Sicherheitssignale festgestellt.
  • Die Kombination stellt ein potenzielles Behandlungsregime in dieser Population dar.

Warum das wichtig ist

  • Für ein Melanom, das unter PD-1- (Programmed Cell Death Protein 1) oder PD-L1-Inhibitoren fortschreitet, werden sichere und wirksame Behandlungsmöglichkeiten benötigt.

Studiendesign

  • Offene, einarmige Studie der Phase II (LEAP-004).
  • Aufgenommen wurden Patienten mit nicht resezierbarem Melanom im Stadium III–IV, dessen Progress gemäß iRECIST-Kriterien (Response Evaluation Criteria in Solid Tumors for Immunotherapy) nach oder innerhalb von 12 Wochen nach der letzten Dosis eines PD-L1-Inhibitors (allein oder in Kombination mit einem CTLA-4-Inhibitor [Hemmstoff des Cytotoxic T-Lymphocyte-associated Protein 4] oder anderen Therapien) bestätigt wurde.
  • 103 Patienten wurden einmal täglich mit 20 mg Lenvatinib oral und alle 3 Wochen mit 200 mg Pembrolizumab intravenös (≤ 35 Dosen) behandelt, bis sich ein Krankheitsprogress oder eine inakzeptable Toxizität ergab oder eine gegenteilige Entscheidung seitens des Patienten oder des Arztes getroffen wurde.
  • Primärer Endpunkt: objektive Ansprechrate (ORR) nach RECIST v1.1 gemäß verblindeter, unabhängiger, zentraler Auswertung (BICR).
  • Sekundäre Endpunkte: Progressionsfreies Überleben (PFS) und Dauer des Ansprechens (DOR), Gesamtüberleben (OS) und Sicherheit.
  • Finanzierung: MSD, Eisai Inc.

Wesentliche Ergebnisse

  • Mediane Verlaufskontrolle: 12,0 Monate
  • Bestätigte ORR gem. BICR:
    • 21,4 % insgesamt (2-mal komplettes und 20-mal partielles Ansprechen) 
    • 31,0 % (1-mal komplettes und 8-mal partielles Ansprechen) für Patienten, die bereits mit PD-1/L1- plus CTLA-4-Inhibitoren vorbehandelt waren
  • Mediane DOR: 6,3 Monate
  • Medianes PFS: 4,2 Monate
    • Geschätztes PFS: 26,2 %
  • Medianes OS: 13,9 Monate
    • Geschätztes OS: 65,4 %
  • Häufigstes behandlungsbedingtes unerwünschtes Ereignis (TRAE): Hypertonie (56,3 %)
  • TRAE mit Schweregrad 3–5 bei 44,7 %, Schweregrad 5 bei 1,0 % und zum Abbruch führende TRAE bei 7,8 %.

Expertenkommentar

„Diese Kombination könnte eine Option für Patienten sein, deren Erkrankung unter einem PD-1-Inhibitor fortgeschritten ist. Es ist nun wichtig, dass wir verstehen, welche Patienten am meisten von einer Behandlung mit Lenvatinib plus Pembrolizumab profitieren, um in Richtung einer personalisierten Immuntherapie fortzuschreiten“, sagte Bartosz Chmielowski, Associate Clinical Professor am Jonsson Comprehensive Cancer Center der University of California Los Angeles, der nicht an der Arbeit beteiligt war.

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