ESMO 2019 — Zugeschnittener Ipilimumab-„Booster“ erhöht Ansprechen auf Nivolumab bei fortgeschrittenem Nierenzellkarzinom


  • Jo Whelan
  • Oncology Conference reports
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Erkenntnis

  • Der Beginn der Behandlung mit Nivolumab (NIVO) alleine und die Gabe von Ipilimumab (IPI) als immuntherapeutischer Booster bei Nichtansprechern verbessert das Ansprechen verglichen mit einer Nivolumab-Monotherapie.

Warum das wichtig ist

  • NIVO + IPI wurde für die Erstlinienbehandlung von Nierenzellkarzinom (RCC) mit intermediärem und schlechtem Risiko zugelassen, doch die Verabreichung der kombinierten Behandlungen in einem fixen Schema mit vier Induktionszyklen kann zu mehr unerwünschten Ereignissen als mit Nivolumab alleine führen.
  • Es handelt sich um die erste Studie zur Untersuchung eines zugeschnittenen Ansatzes zur Verstärkung der NIVO-Behandlung mit IPI auf Grundlage des individuellen Ansprechens.

Studiendesign

  • Multizentrische, europäische Studie der Phase II mit 258 Erst- und Zweitlinienpatienten nach einem Tyrosinkinaseinhibitor (TKI) mit fortgeschrittenem klarzelligem RCC mit intermediärem oder schlechtem Risiko gemäß dem Internationalen Datenbankkonsortium für das metastasierende RCC (International Metastatic RCC Database Consortium, IMDC).
  • Patienten, die nicht auf die Induktion mit dem Einzelwirkstoff Nivolumab ansprachen, erhielten 2–4 Boosterzyklen mit NIVO + IPI.
  • Patienten, die auf die Induktion ansprachen, fuhren mit einer NIVO-Erhaltungstherapie fort und erhielten einen IPI-Booster nur im Fall der Krankheitsprogression.  
  • Der primäre Endpunkt war die vom Prüfarzt beurteilte Gesamtansprechrate (ORR), getrennt in der Erst- und Zweitlinie analysiert.
  • Finanzierung: Bristol-Myers Squibb GmbH & Co. KGaA.

Wesentliche Ergebnisse

  • Die ORR betrug unter der NIVO-Monotherapie 28,7 % (95 %-KI: 20–38) bei Erstlinienpatienten und 18,2 % in der Zweitlinie. 
  • Das beste Gesamtansprechen nach NIVO-Induktion mit oder ohne NIVO + IPI-Booster betrug 37 % (95 %-KI: 28–47) in der Erstlinie und 28,3 % (95 %-KI: 20–38) in der Zweitlinie.
  • Es ist eine längere Nachbeobachtungszeit erforderlich, um die Dauer des Ansprechens zu untersuchen.

Expertenkommentar

  • „Die Boosterstrategie könnte verglichen mit NIVO alleine ungefähr 10 % der Patienten retten“, sagte Dr. Cristina Suarez, MD PhD, Vall d’Hebron Institute of Oncology, Spanien, die nicht an der Studie mitwirkte. „Allerdings könnten einige Patienten um die Vorteile des Erhalts von IPI kommen. Die CR-Raten waren mit der Strategie in der Erstlinie niedriger als mit der Kombinationstherapie“, merkte sie an. „Das sieht nach einer guten Strategie für die Zweitlinie aus, aber nicht für die Erstlinie“, schloss sie ab.