ESMO 2019 — Zirkulierende Tumor-DNA als möglicher Hinweis auf Behandlungsintensität bei kolorektalem Karzinom


  • Michael Simm
  • Oncology Conference reports
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Erkenntnis

  • Zum ersten Mal wird der unabhängige prognostische Wert der zirkulierenden Tumor-DNA (ctDNA) bei Patienten aus einer prospektiven Studie der Phase III bestätigt.

Warum das wichtig ist

  • Es herrscht Einigkeit darüber, dass sich die Dauer einer adjuvanten Chemotherapie bei einem Kolonkarzinom in Stadium III auf das entsprechende Risiko stützen sollte. Die ctDNA wurde dabei unlängst als wichtiger Prognosefaktor vorgeschlagen.
  • Es gibt allerdings noch keine großen Datenreihen aus prospektiven Studien mit annotierten Patienten für diese Indikation.

Studiendesign

  • Analyse der ctDNA durch Nachweis von zwei methylierten Markern (WIF1 und NPY) aus den Blutproben von 805 Patienten aus der Studie IDEA-FRANCE zur Bestimmung des prognostischen und des prädiktiven Werts bezüglich der Behandlungsdauer (3 Monate oder 6 Monate).
  • Finanzierung: Association de Recherche contre le Cancer.

Wesentliche Ergebnisse

  • Das krankheitsfreie Überleben nach zwei Jahren betrug 82,39 Prozent bei ctDNA-negativen Patienten und 64,12 Prozent bei ctDNA-positiven Patienten (HR = 1,85; p 
  • Es gab höchst signifikante Differenzen für 3 und 6 Behandlungsmonate und für Patienten mit hohem Risikostadium (T4, N2 oder beides) und einen Trend ohne Signifikanz bei Patienten mit niedrigem Risiko (T1–3/N1).
  • 3 Behandlungsmonate scheinen mit einem besonders schlechten Ausgang bei ctDNA-positiven Patienten assoziiert zu sein.

Einschränkungen

  • Die Probenahme mit EDTA-Röhrchen wurde bei Zimmertemperatur durchgeführt.
  • Post-hoc-Analyse.

Expertenkommentar

„In Zukunft könnte es möglich sein, die Therapie mittels Flüssigbiopsie zu bestimmen und zu identifizieren, welche Patienten nach dem operativen Eingriff eine Chemotherapie benötigen und welche nicht“, sagte Professor Alberto Bardelli von der Universität Turin (Italien), der nicht an der Studie beteiligt war.