ESMO 2019 — Trametinib bekämpft Chemoresistenz bei rezidivierendem/progressivem niedriggradigen serösen Ovarial- oder Peritonealkrebs


  • Cristina Ferrario — Agenzia Zoe
  • Oncology Conference reports
Der Zugang zum gesamten Inhalt dieser Seite ist nur Angehörigen medizinischer Fachkreise vorbehalten. Der Zugang zum gesamten Inhalt dieser Seite ist nur Angehörigen medizinischer Fachkreise vorbehalten.

Erkenntnis

  • Verglichen mit dem Behandlungsstandard (SOC) nach Wahl des Arztes verbesserte Trametinib signifikant das progressionsfreie Überleben (PFS) und die objektive Ansprechrate (ORR) bei Patienten mit rezidivierendem niedriggradigen serösen Karzinom des Ovariums/Peritoneums (LGSOC).
  • Die unerwünschten Ereignisse (UE) waren weitgehend relativ milde, aber nicht vernachlässigbar.

Warum das wichtig ist

  • LGSOC ist durch Veränderungen im MAPK-Signalweg charakterisiert und ist chemoresistent.
  • Das ORR nach einem Rezidiv beträgt nur 5 %.
  • Neue, effektive Therapien werden benötigt.

Studiendesign

  • Phase-II/III-Studie mit 260 Patientinnen mit LGSOC (48,1 % mit ≥ 3 früheren Therapielinien).
  • Randomisierung im Verhältnis 1 : 1 mit Zuweisung zu entweder Trametinib oder 1 von 5 SOC (Paclitaxel, pegyliertes liposomales Doxorubicin, Topotecan, Letrozol, Tamoxifen) bis zur Krankheitsprogression.
  • Crossover zu Trametinib war im Fall einer Progression unter SOC erlaubt.
  • Primärer Endpunkt: PFS-Überlegenheit von Trametinib vs. SOC.
  • Umfasste sekundäre Endpunkte: Toxizität, Lebensqualität, ORR gemäß RECIST 1.1.
  • Explorative Endpunkte: OS, PFS und ORR nach Crossover.
  • Finanzierung: National Cancer Institute (USA); Novartis.

Wesentliche Ergebnisse

  • Trametinib verbesserte signifikant das PFS verglichen mit dem SOC (HR: 0,48; p 
  • Es wurde ein höheres ORR unter Trametinib (26,2 %) vs. SOC (6,2 %) erreicht (OR: 5,4; p 
  • Die Dauer des Ansprechens betrug unter Trametinib bzw. SOC 13,63 Monate bzw. 5,88 Monate.
  • Das mediane OS betrug unter Trametinib 37,0 Monate, versus 29,2 Monate unter SOC (HR: 0,75; p 
  • Das mediane PFS betrug 10,8 Monate und das ORR war 15 % bei Frauen, die zu Trametinib überwechselten (n = 88).
  • Die vorrangigen unerwünschten Ereignisse vom Grad ≥ 3 waren bei Trametinib vs. SOC u. a. hämatologisch (13,4 % vs 9,4 %), gastrointestinal (GI) (27,6 % vs. 29 %), die Haut betreffend (15 % vs. 3,9 %) sowie vaskuläre Toxizität (18,9 % vs. 8,6 %).

Expertenkommentar

  • „Trametinib führte zu Verbesserungen des PFS, die bei anderen MEK-Inhibitoren nicht zu beobachten sind. Wir müssen nun wissen, wie wir Toxizitäten behandeln und wann wir das Medikament einsetzen“, sagte Jonathan Ledermann, UCL Cancer Trials Centre, UCL Cancer Institute, London, Vereinigtes Königreich, der nicht an der Studie mitwirkte.