ESMO 2019 — Spannung nach dem Erscheinen neuer Optionen und schwieriger Entscheidungen für das Urothelzellkarzinom


  • Michael Simm
  • Oncology Conference reports
Der Zugang zum gesamten Inhalt dieser Seite ist nur Angehörigen medizinischer Fachkreise vorbehalten. Der Zugang zum gesamten Inhalt dieser Seite ist nur Angehörigen medizinischer Fachkreise vorbehalten.

Erkenntnis

  • Die Behandlung des Urothelzellkarzinoms befindet sich in einer Übergangsphase. Sie bewegt sich von einer „reinen“ Chemotherapie weg und hin zur zusätzlichen Nutzung von Immunonkologie, zielgerichteten Medikamenten oder Kombinationen davon.

Warum das wichtig ist

  • Diese Indikation hinkt bei der Anwendung von neuen Medikamenten wie den Immun-Checkpoint-Inhibitoren und gezielten Therapien hinterher.

Wesentliche Ergebnisse

  • Eine konsentierte molekulare Klassifikation von muskelinvasivem Blasenkrebs wurde anhand von 1.750 transkriptomischen Profilen vorgeschlagen. Ausgehend von 7 Schlüsselgenen sind diese Klassen: luminal papillär (24 %), luminal nicht spezifiziert (8 %), luminal instabil (15 %), stromareich (15 %), basal/squamös (35 %) und neuroendokrinähnlich (3 %). Die Klassifizierung sollte die Testung und die Validierung prädiktiver Biomarker in zukünftigen prospektiven klinischen Studien erleichtern.
  • Sacituzumab, Enfortumab und Erdafitinib (bei FGFR-ausgewählten Patienten) sind neuartige Wirkstoffe in der Entwicklung, die Gesamtansprechraten von 31 %, 43 % und 40 % bei Patienten mit mindestens 1 vorherigen Chemotherapie aufwiesen. Das Gesamtüberleben betrug 16,3 Monate, 12,3 Monate bzw. 13,8 Monate.
  • Es gibt zahlreiche potenziell synergistische Kombinationen von Immunonkologie, Chemotherapie, zielgerichteter Therapie und anderen Ansätzen. Die Studien IMVigor130, DANUB, KEYNOTE-361, Checkmate-901 und NILE sind laufende Phase-III-Studien mit insgesamt fast 5.000 Patienten.
  • Die Kombination einer Chemotherapie mit einer Immuntherapie kann eine bessere Kontrolle bei rascher Progression mit sich bringen, aber eine Chemotherapie ist auch immunsuppressiv und kann die Verträglichkeit fördern. In Bezug auf Sequenzierungsstrategien besteht noch mehr Unsicherheit.