ESMO 2019 — Selpercatinib bei RET-verändertem Schilddrüsenkrebs wirksam und sicher


  • Cristina Ferrario — Agenzia Zoe
  • Oncology Conference reports
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Erkenntnis

  • Selpercatinib (LOXO-292) zeigte deutliche Antitumoraktivität bei Patienten mit Schilddrüsenkrebs (TC) und RET-Gen-Mutationen oder -Fusionen.
  • Die Behandlung war gut verträglich.
  • Die Einreichung eines Zulassungsantrags für ein neues Arzneimittel (New Drug Application) bei der FDA ist für Ende 2019 vorgesehen.

Warum das wichtig ist

  • RET-Mutationen liegen bei > 60 % der medullären Schilddrüsenkarzinome (MTC) und RET-Fusionen bei 10–20 % der Fälle von Schilddrüsenkrebs (TC) vor.
  • Anti-RET-Multikinase-Inhibitoren (MKI) sind für MTC und differenzierte TC zugelassen, sind aber hochtoxisch.
  • Nach Versagen des ersten MKI sind nur wenige Behandlungsoptionen verfügbar.
  • Selpercatinib erhielt eine FDA-Kennzeichnung als Durchbruchtherapie bei RET-fusionspositivem, nicht kleinzelligem Lungenkarzinom (NSCLC), RET-fusionspositivem Schilddrüsenkrebs und RET-mutiertem MTC.

Studiendesign

  • Studie LIBRETTO-001 (16 Länder): Dosiseskalation in Phase I und Dosiserweiterung in Phase II bei Patienten mit fortgeschrittenem RET-fusionspositiven TC und RET-mutierten MTC.
  • Primärer Endpunkt: objektive Ansprechrate (ORR).
  • Der sekundäre Endpunkt beinhaltete die Dauer des Ansprechens (DOR), das progressionsfreie Überleben (PFS) sowie die Sicherheit.
  • Finanzierung: Loxo Oncology.

Wesentliche Ergebnisse

  • Bis zum 17. Juni 2019 wurden 226 Patienten mit RET-mutiertem MTC und 27 Patienten mit RET-fusionspositivem TC behandelt.
  • Primäres Analyseset (PAS) für die Zulassung von LOXO-292 bei MTC: 55 Patienten mit RET-mutiertem MTC, die vorher Cabozantinib und/oder Vandetanib erhalten hatten (53 % mit ≥ 2 MKI).
  • Die ORR betrug 56 % in der PAS-Population, 59 % bei Cabozantinib/Vandetanib-naivem MTC (n = 76) und 62 % bei Patienten mit RET-fusionspositivem Schilddrüsenkrebs.
  • Im PAS: ORR, PFS und DOR waren unabhängig von einer vorherigen Therapie und dem RET-Mutationsstatus vergleichbar.
  • Günstiges Sicherheitsprofil mit nur 1,7 % Abbrüchen von Patienten aufgrund von behandlungsbedingten unerwünschten Ereignissen.

Einschränkungen

  • Nicht randomisierte Daten.
  • Kleine Stichprobengröße und kurze Nachbeobachtungsdauer.

Expertenkommentar

  • „Diese Ergebnisse bestätigen die Notwendigkeit, bei unseren Patienten mit fortgeschrittenen Schilddrüsenkarzinomen molekulare Tests durchzuführen“, sagte Enrique Grande, Leiter des Medical Oncology Department, MD Anderson Cancer Center Madrid, Spanien, der nicht an der Studie beteiligt war.