ESMO 2019 — Rezidiviertes Mesotheliom: ähnliche Überlebensergebnisse mit Pembrolizumab und Chemotherapie


  • Cristina Ferrario — Agenzia Zoe
  • Oncology Conference reports
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Erkenntnis

  • Bei unselektierten Patienten mit malignem Pleuramesotheliom (MPM), die nach einer vorherigen Chemotherapie eine Progression erlitten, verbessert Pembrolizumab weder das progressionsfreie Überleben (PFS) noch das Gesamtüberleben (OS) in Bezug auf eine Chemotherapie mit einem Einzelwirkstoff.
  • Pembrolizumab war mit einer signifikant besseren objektiven Ansprechrate (ORR) assoziiert.
  • Es traten keine neuen Sicherheitsprobleme mit Pembrolizumab auf.

Warum das wichtig ist

  • Das maligne Pleuramesotheliom (MPM) ist eine aggressive Erkrankung mit schlechter Prognose.
  • Eine Chemotherapie mit einem Einzelwirkstoff wird bei einer rezidivierten Erkrankung eingesetzt, führt jedoch zu geringen Verbesserungen des Überlebens.
  • Es besteht ein Bedarf an neuen, wirksamen Behandlungen bei Patienten nach einem Rezidiv.

Studiendesign

  • In der offenen Phase-III-Studie PROMISE-meso wurden 144 Patienten mit fortgeschrittenem, vorbehandeltem Mesotheliom randomisiert entweder Pembrolizumab (n = 73) oder der Standard-Chemotherapie (n = 71) nach Wahl des teilnehmenden Zentrums zugewiesen.
  • Ein Crossover zu Pembrolizumab war bei Krankheitsprogression erlaubt.
  • Primärer Endpunkt: PFS gemäß verblindeter, unabhängiger zentraler Prüfung (blinded independent central review, BICR).
  • Sekundäre Endpunkte: ORR, Zeit bis zum Behandlungsversagen (time to treatment failure, TTF), OS, vom Prüfarzt beurteiltes (investigator-assessed, IA) PFS und unerwünschte Ereignisse (UE).
  • Korrelativer Endpunkt: Ergebnisse anhand des PD-L1-Status.
  • Finanzierung: MSD.

Wesentliche Ergebnisse

  • Die ORR betrugen 22 % bzw. 6 % in der Pembrolizumab- bzw. Chemotherapie-Gruppe (p = 0,004).
  • Das mediane PFS gemäß BICR betrug mit Chemotherapie 3,4 Monate und mit Pembrolizumab 2,5 Monate (HR = 1,06, p = 0,76).
  • Das mediane OS betrug mit Chemotherapie 11,7 Monate und mit Pembrolizumab 10,7 Monate (HR = 1,05, p = 0,85). 45 Chemotherapiepatienten wechselten zu Pembrolizumab.
  • Bei Berücksichtigung des Crossovers ergaben sich ähnliche OS-Ergebnisse.
  • 19 % bzw. 24 % der Patienten im Pembrolizumab- bzw. Chemotherapiearm erlitten behandlungsbedingte UE vom Grad ≥ 3.

Expertenkommentar

  • „Obwohl wir in der PROMISE-meso-Studie kein besseres Überleben mit einer Immuntherapie beobachten konnten, ist das Ansprechen vielversprechend. Wir benötigen dringend eine bessere Erst- und Zweitlinienbehandlung für Mesotheliome“, sagte Federica Grosso, Azienda Ospedaliera SS Antonio e Biagio e Cesare Arrigo, Alessandria, Italien, die nicht an der Studie beteiligt war.