ESMO 2019 — Karzinome mit unbekanntem Primärtumor: Hoffnung, aber noch keine Heilung mit molekülorientierter Therapie


  • Cristina Ferrario — Agenzia Zoe
  • Oncology Conference reports
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Erkenntnis

  • Molekulartest mit anschließender individualisierter Behandlung führte bei Patienten mit CUP(Karzinome mit unbekanntem Primärtumor)-Syndrom nicht zu besseren Ergebnissen.
  • Individualisierte Behandlungen sind bei einigen Subpopulationen möglicherweise mit besseren Ergebnissen assoziiert.

Warum das wichtig ist

  • Die Prognose bei einem CUP-Syndrom ist weiterhin schlecht.
  • Empirische Chemotherapie mit Wirkung gegen unterschiedliche Neubildungen ist der Versorgungsstandard.
  • Strategien zur besseren Anpassung wirkungsvoller Behandlungen sind erforderlich.
  • GEFCAPI 04 ist die größte Studie an Patienten mit CUP-Syndrom.

Studiendesign

  • 243 nicht vorbehandelte Patienten mit pathologisch bestätigtem metastastischem CUP-Syndrom wurden in diese akademische Studie der Phase III aufgenommen.
  • Die Patienten wurden randomisiert und entweder einer empirischen Chemotherapie (Arm A, n = 120; Cisplatin plus Gemcitabin) oder einem Genexpressionstest und einer anschließenden Behandlung je nach dem mutmaßlichen Primärtumor (Arm B, n = 123) unterzogen.
  • Untersuchungen: Tissue Of Origin (Pathwork, n = 21) oder CancerTYPE ID (Biotheranostics, n = 222).
  • Primärer Endpunkt: Progressionsfreies Überleben (PFS).
  • Sekundäre Endpunkte: PFS bei Patienten mit vorgängig festgelegten Krebserkrankungen, die wahrscheinlich gegenüber Cisplatin und Gemcitabin nicht empfindlich sind; Gesamtüberleben (OS).
  • Finanzierung: Programme Hospitalier de Recherche Clinique (PHRC) des französischen Gesundheitsministeriums.

Wesentliche Ergebnisse

  • Bauchspeicheldrüsen- und Gallengangskarzinome (19 %), Plattenepithelkarzinome (11 %), Nierenkrebs (8 %) und Lungenkrebs (8 %) waren die durch Molekulartests am häufigsten aufgedeckten Krebserkrankungen.
  • Das mediane PFS gemäß zentraler Auswertung betrug 5,3 Monate im Arm A und 4,6 Monate im Arm B (HR = 0,95; p = 0,7).
  • Das OS war in Arm A und Arm B vergleichbar, und zwar sowohl in der Gesamtpopulation (HR: 0,92) als auch bei den Patienten (n = 60) mit Verdacht auf Krebserkrankungen, die gegenüber einer Chemotherapie nicht empfindlich sein dürften.
  • Tendenziell bessere Ergebnisse wurden bei Patienten mit Nierenkrebs, kolorektalem Karzinom und Melanom beobachtet, die mit molekülorientierten Strategien behandelt wurden.

Einschränkungen

  • Die Untergruppen waren zu klein.

Expertenkommentar

  • „Es besteht kein Grund dafür, diese Strategie aufzugeben. Zukünftige Studien sollten sich auf stark selektierte Patienten und neue Medikamente konzentrieren“, so Sabine Linn vom Netherlands Cancer Institute in Amsterdam und vom Universitätsklinikum Utrecht in den Niederlanden, die nicht an der Studie beteiligt war.