ESMO 2019 — Glioblastome mit Hypermutationen in der Keimbahn könnten von Immunonkologie profitieren


  • Daniela Ovadia — Agenzia Zoe
  • Oncology Conference reports
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Erkenntnis

  • Glioblastome mit Hypermutationen in der Keimbahn (HmGB) sprechen möglicherweise dauerhaft auf Immunonkologie (IO) an.

Warum das wichtig ist

  • Das Glioblastom ist ein kalter Tumor, nur bei 11 Prozent werden Lymphozyten entdeckt.
  • In einer Studie der Phase III zu rezidivierenden Glioblastomen ergab sich mit Nivolumab keine Verlängerung der Überlebenschancen.

Studiendesign

  • Unabhängige retrospektive Analyse von Patienten zwischen 2012 und 2018 an einem Zentrum (MD Anderson).
  • 312 Gliome wurden mithilfe von Sequenzierungsverfahren der nächsten Generation identifiziert.
  • HmGB wurde als Tumormutationslast von mind. 30 Mutationen pro Megabase oder Mutationen in MMR- (Mismatch-Reparatur) oder DNA-Polymerase-Genen definiert.

Wesentliche Ergebnisse

  • IO scheint bei einem HmGB mit somatischen Mutationen unabhängig vom Zeitpunkt der Diagnose oder vom Phänotyp unwirksam zu sein. Ein die Keimbahn betreffendes HmGB scheint jedoch dauerhaft auf IO anzusprechen.
  • 30 Patienten (9,6 %) wiesen ein HmGB auf. Von diesen wurden 9 (30 %) einem IO-Verfahren unterzogen.
  • HmGB wurde in 5 Fällen (56 %) als erste Diagnose festgestellt, in den übrigen Fällen nach einer Behandlung mit Temozolomid (TMZ).
  • Nur ein Patient hatte eine MMR-Mutation in der Keimbahn (Lynch-Syndrom).
  • 8 HmGB-Patienten erhielten nach TMZ entweder Checkpoint-Inhibitoren (CPI) oder eine Zelltherapie (T-Zellen oder NK-Zellen), nur ein Patient erhielt CPI gleich nach der ursprünglichen Diagnose.
  • Bei HmGB mit somatischen Mutationen betrug das Gesamtüberleben (OS) ab der ursprünglichen Diagnose 39 Monate. Das progressionsfreie Überleben (PFS) lag bei 72 Tagen.
  • Das PFS nach TMZ, CPI und Zelltherapien lag bei 51, 41 bzw. 175 Tagen, während das PFS bei einem neu diagnostizierten HmGB 96 Tage betrug.
  • Mediane kumulative Dosis Pembrolizumab: 720 mg pro Patient.
  • Der Patient mit dem die Keimbahn betreffenden HmGB erhält weiterhin Pembrolizumab und ist der Einzige mit einer seit über 16 Monaten stabilen Erkrankung.
  • Finanzierung: keine.

Einschränkungen

  • Monozentrische Studie mit kleiner Stichprobe.