ESMO 2019 — Fortgeschrittenes Endometriumkarzinom: Lenvatinib + Pembrolizumab erreicht trotz hoher Toxizität hohe Ansprechraten


  • Michael Simm
  • Oncology Conference reports
Der Zugang zum gesamten Inhalt dieser Seite ist nur Angehörigen medizinischer Fachkreise vorbehalten. Der Zugang zum gesamten Inhalt dieser Seite ist nur Angehörigen medizinischer Fachkreise vorbehalten.

Erkenntnis

  • Unabhängig von der Mikrosatelliteninstabilität (MSI), dem PD-L1-Status oder der Histologie wurde bei Patienten mit fortgeschrittenem Endometriumkarzinom, die unter der Therapie progredierten, ein tiefes und anhaltendes Ansprechen mit Lenvatinib plus Pembrolizumab beobachtet.
  • Die Kombination erhielt von der FDA, der australischen Therapeutic Goods Administration und Health Canada gleichzeitig am 17. September 2019 eine beschleunigte Zulassung für das Non-MSI-H-Endometriumkarzinom.

Warum das wichtig ist

  • Pembrolizumab wurde als Monotherapie nach Behandlungsversagen bei einem Endometriumkarzinom nur mit hoher MSI zugelassen.
  • Keynote-146/Studie 111 war konzipiert, den oralen Multikinaseinhibitor Lenvatinib mit Pembrolizumab bei Patienten mit fortgeschrittenen Tumoren zu untersuchen.
  • Eine Zwischenanalyse, die 53 Patienten umfasste, wurde veröffentlicht und berichtete von einer hohen Gesamtansprechrate unabhängig vom MSI-Status.

Studiendesign

  • Offen, einarmig.
  • 20 mg/Tag Lenvatinib oral plus 200 mg Q3W i.v.
  • Primärer Endpunkt die objektive Ansprechrate (ORR) in Woche 24.
  • 108 Patienten, 11 mit MSI-H.
  • Finanzierung: Eisai und MSD.

Wesentliche Ergebnisse

  • ORR für die Gesamtpopulation in Woche 24: 41 % nach Einschätzung der Prüfärzte. 44 % bei Beurteilung in unabhängiger Überprüfung der Bildgebung.
  • Mediane Dauer des Ansprechens 21,2 Monate (Prüfarzt) und 31,4 Monate (unabhängig über Bildgebung).
  • Medianes PFS insgesamt 7,5 Monate, MSI-H 18,9 Monate, Non-MSI-H 5,4 Monate.
  • Medianes OS von insgesamt 16,7 Monaten.
  • Behandlungsbedingte unerwünschte Ereignisse waren häufig und führten bei 72 % der Patienten zu Unterbrechungen der Studienmedikation, bei 65 % zu Dosisreduktionen und bei 19 % zum Abbruch.

Einschränkungen

  • Kein Kontrollarm, aber eine Phase-III-Studie zu Lenvatinib plus Pembrolizumab versus Doxorubicin oder wöchentliches Paclitaxel ist im Gange.

Expertenkommentar

  • „Der Vergleichswert für diese Art von Krebs liegt bei 15 % [und wir haben nun] bislang nie erreichte Ergebnisse [gesehen]. Das Schlechte dabei ist, dass die Toxizität ebenso bemerkenswert war wie die Aktivität“, sagte Nicoletta Colombo, University of Milan-Bicocca, die nicht an der Studie mitwirkte.