ESMO 2019 — Fortgeschrittenes Cholangiokarzinom: Vielversprechende Ansprechraten mit Pemigatinib bei ausgewählten Patienten


  • Michael Simm
  • Oncology Conference reports
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Erkenntnis

  • Die meisten Patienten mit einem fortgeschrittenen Cholangiokarzinom (CCA) mit Rekombinationen oder Fusionen des FGFR2-Gens (Fibroblasten-Wachstumsfaktor-Rezeptor 2) erlebten unter Pemigatinib, einem selektiven oralen Hemmer von FGFR1, FGFR2 und FGFR3, ein partielles Ansprechen oder eine stabile Erkrankung.

Warum das wichtig ist

  • Chemotherapien der zweiten Wahl für ein lokal fortgeschrittenes oder metastatisches Cholangiokarzinom haben eine beschränkte Wirksamkeit: Das mediane Gesamtüberleben liegt bei 6,2–7,2 Monaten und die objektive Ansprechrate bei 7,7–9,5 Prozent.
  • 10–16 Prozent der Patienten mit einem intrahepatischen CCA haben Mutationen oder Rekombinationen des FGFR2-Gens, bei denen angesetzt werden kann.
  • Pemigatinib ist ein potenter selektiver oraler Hemmstoff von FGFR1, FGFR2 und FGFR3 mit potenzieller antineoplastischer Wirkung, zu dem derzeit sechs klinische Studien laufen oder die Patienten aufnehmen.

Studiendesign

  • FIGHT-202 ist eine offene einarmige Studie der Phase II zur Beurteilung der Wirksamkeit und Sicherheit von Pemigatinib an Patienten mit vorbehandeltem, lokal fortgeschrittenem oder metastatischem CCA und dokumentiertem FGF/FGFR-Genstatus.
  • Die meisten Patienten hatten einen ECOG-Status von 0 oder 1 und eine intrahepatische Lage des CCA.
  • 3 Kohorten:
    • A. mit FGFR2-Fusionen/-Rekombinationen (n = 107).
    • B. mit anderen genetischen Veränderungen an FGF/FGFR (n = 20).
    • C. ohne genetische Veränderungen an FGF/FGFR (n = 18).
  • Alle erhielten täglich 13,5 mg Pemigatinib (2 Wochen Behandlung, 1 Woche Pause).
  • Der primäre Endpunkt war die Gesamtansprechrate (ORR). Sekundäre Endpunkte waren Ansprechdauer, Krankheitskontrollrate (DCR), progressionsfreies Überleben (PFS), Gesamtüberleben (OS) und Sicherheit.
  • Finanzierung: Incyte Corporation.

Wesentliche Ergebnisse

  • Alle Patienten in den Kohorten B und C brachen die Behandlung ab, während sich zum Zeitpunkt des Daten-Cutoffs (22. März 2019) noch 31 Patienten in Kohorte A in Behandlung befanden.
  • Es gab keine Fälle mit komplettem Ansprechen (CR) oder partiellem Ansprechen (PR) in den Kohorten B und C, aber 3 Fälle mit CR (2,8 %) und 35 mit PR (32,7 %) in Kohorte A.
  • Die mediane Dauer des Ansprechens in Kohorte A lag bei 7,5 Monaten, die DCR betrug 82 Prozent.
  • Das mediane PFS in Kohorte A lag bei 6,9 Monaten, in Kohorte B bei 2,1 Monaten und in Kohorte C bei 1,7 Monaten.
  • Das mediane OS in Kohorte A lag bei 21,1 Monaten gegenüber 6,7 Monaten in Kohorte B und 4,0 Monaten in Kohorte C.

Expertenkommentar

  • „Ich finde, wir müssen den Forschern gratulieren. Es war eine große Anstrengung, mehr als 100 Patienten mit seltenen genetischen Veränderungen in einer Untergruppe von Patienten mit einer seltenen Erkrankung auszumachen. Die FGFR-Hemmung bei Patienten mit FGFR-Rekombinationen ist sehr vielversprechend“, so Per Pfeiffer, M.D., Ph.D., vom Universitätsklinikum Odense in Dänemark, der nicht an der Studie beteiligt war.