ESMO 2019 — Fortgeschrittener Ovarialkrebs: Zugabe von Olaparib zu Bevacizumab verlängert progressionsfreies Überleben


  • Michael Simm
  • Oncology Conference reports
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Erkenntnis

  • Nach einer platinbasierten Erstlinien-Chemotherapie hatten Patientinnen mit neu diagnostiziertem, fortgeschrittenem Ovarialkrebs bei Zugabe von Olaparib im Vergleich zu Bevacizumab, dem aktuellen Versorgungsstandard, ein signifikant verbessertes progressionsfreies Überleben (PFS).

Warum das wichtig ist

  • Es handelt sich um die erste Phase-III-Studie zur Evaluierung der Wirksamkeit und Sicherheit eines PARP-Inhibitors plus Bevacizumab als Erstlinien-Erhaltungstherapie bei fortgeschrittenem Ovarialkrebs ohne Einschränkung durch das chirurgische Ergebnis oder den BRCA-Mutationsstatus.

Studiendesign

  • PAOLA-1/ENGOT-ov25 war eine doppelblinde, internationale Phase-III-Studie mit 806 Patientinnen mit vollständigem oder teilweisem Ansprechen nach einer platinbasierten Chemotherapie plus Bevacizumab.
  • Randomisierte Zuteilung (2 : 1) zu 300 mg Olaparib zweimal täglich für bis zu 24 Monate oder Placebo plus Bevacizumab zu 15 mg/kg an Tag 1, alle 3 Wochen über 15 Monate.
  • Diese Zwischenergebnisse basierten auf einer Analyse von 59 % der Daten.
  • Finanzierung: Arcagy Research, AstraZeneca, MSD und Hoffmann-La Roche.

Wesentliche Ergebnisse

  • Nach einer medianen Nachbeobachtung von 24,0 Monaten (Olaparib) und 22,7 Monaten (Placebo) betrug das PFS 22,1 Monate versus 16,6 Monate (HR: 0,59); p 
  • Die Überlegenheit von Olaparib war bei Patientinnen mit BRCA-Mutationen ausgeprägter (HR: 0,31; 95 %-KI: 0,20–0,47) als ohne (HR: 0,71); 95 %-KI: 0,58–0,88), jedoch statistisch signifikant für beide Gruppen.
  • Das PFS mit Olaparib versus Placebo war bei Patientinnen, die HRD-positiv waren, ebenfalls überlegen (HR: 0,33; 95 %-KI: 0,25–0,45), nicht aber bei Patientinnen mit negativem oder unbekanntem HRD-Status (HR: 0,92; 95 %-KI: 0,72–1,17).
  • Die Abbruchrate wegen unerwünschter Ereignisse von 20 % ist die höchste, die in allen Studien zu PARP-Inhibitoren angegeben wurde (Placebo: 6 %).