ESMO 2019 — Dreifach-negativer Brustkrebs: neoadjuvantes/adjuvantes Pembrolizumab verbessert pathologisches vollständiges Ansprechen


  • Jo Whelan
  • Oncology Conference reports
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Erkenntnis

  • Pembrolizumab erhöhte das pathologische vollständige Ansprechen (pCR) signifikant, wenn es einer neoadjuvanten Chemotherapie hinzugefügt und als adjuvante Erhaltungstherapie fortgeführt wurde.
  • Pembrolizumab zeigte zudem eine günstige Wirkung auf das ereignisfreie Überleben (EFS).
  • Eine längere Nachbeobachtung ist erforderlich, um den Nutzen definitiv zu beurteilen.

Warum das wichtig ist

  • Das pCR (keine nachweisbaren residualen Krebszellen) ist ein akzeptierter Endpunkt für die beschleunigte Zulassung von Arzneimitteln bei TNBC.
  • Mit einer Chemotherapie liegt die Wahrscheinlichkeit für kein weiteres Rezidiv für TNBC-Patientinnen mit pCR bei 85–90 %; diese sinkt bei residualem lebensfähigem Tumorgewebe auf 40–50 % ab.

Wesentliche Ergebnisse

  • Das pCR stieg von 51,2 % (95 %-KI: 44,1–58,3) in der Placebogruppe auf 64,8 % (95 %-KI: 59,9–69,5) mit Pembrolizumab an (p = 0,00055), wobei diese Differenz von 13,6 % als klinisch bedeutsam bezeichnet wird.
  • Frühes EFS begünstigte Pembrolizumab (Hazard-Ratio: 0,63; 95 %-KI: 0,43–0,93), aber es ist eine längere Nachbeobachtung erforderlich.
  • Behandlungsbedingte unerwünschte Ereignisse vom Grad ≥ 3 traten bei 78,0 % bzw. 73,0 % in der Pembrolizumab- bzw. Placebogruppe auf. 

Studiendesign

  • Patientinnen mit zuvor unbehandeltem, nicht-metastatischem TNBC (Stadium T1c N1–2 oder T2–4 N0–2) wurden im Verhältnis 2 : 1 randomisiert und erhielten alle 3 Wochen 200 mg Pembrolizumab oder Placebo, das beides mit 4 Zyklen Paclitaxel + Carboplatin und dann 4 Zyklen Doxorubicin oder Epirubicin + Cyclophosphamid (neoadjuvante Phase) verabreicht wurde.
  • Nach einer definitiven Operation erhielten die Patientinnen Pembrolizumab oder Placebo für 9 Zyklen oder bis zum Rezidiv oder inakzeptabler Toxizität (adjuvante Phase).
  • Die primären Endpunkte waren das pCR und EFS.
  • Finanzierung: MSD.

Expertenkommentar

  • „Ich bin mir sicher, dass Checkpoint-Inhibitoren uns helfen werden, Patientinnen mit frühem TNBC besser zu behandeln. Wir müssen aber auf reifere EFS-Daten und eine bessere Patientinnenauswahl warten“, sagte die eingeladene Korreferentin Professor Sherene Loi (Peter MacCallum Cancer Centre, Victoria, Australien), die nicht an der Studie beteiligt war. „Nicht alle TNBC-Patientinnen im Frühstadium benötigen diese Therapie und wir wissen noch nicht, wie sich das pCR auf das EFS unter einer Immuntherapie übertragen lässt. Weitere Nachbeobachtungen zu immunbezogenen unerwünschten Ereignissen sind ebenfalls erforderlich.“