ESMO 2018 – Schulung von Onkologen steigert die Anwendung partizipativer Entscheidungsfindung in der systemischen Palliativmedizin


  • Jo Whelan
  • Oncology Conference reports
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Erkenntnis

  • Schulungen zur partizipativen Entscheidungsfindung (PEF) sollten in die Ausbildung von Onkologen integriert werden.

Warum das wichtig ist

  • Der Nutzen einer systemischen Behandlung im palliativen Setting ist ungesichert, oft begrenzt und bedeutet häufig eine hohe Belastung für den Patienten.
  • Die PEF ist eine bewährte Praxis in diesem Setting: Es gibt aussagekräftige Nachweise, dass dadurch Patientenzufriedenheit und Wohlbefinden steigen und eine erhöhte Aufmerksamkeit gegenüber der Symptomkontrolle gefördert wird.
  • Obwohl Ärzte das Prinzip der PEF mittragen, wird sie in der klinischen Praxis zu selten eingesetzt.

Wesentliche Ergebnisse

  • Die Schulung von Onkologen steigerte den Einsatz von PEF: Ärzte, die nach üblicher Versorgung vorgingen, setzten in etwa 30 % aller Beratungsgespräche PEF ein; bei den geschulten Ärzten waren es etwa 50 % (p
  • Der Einsatz der Kommunikationshilfe für Patienten allein erhöhte die PEF-Anwendung nicht, und der kombinierte Einsatz beider Methoden erhöhte die PEF-Anwendung nicht über den Grad hinaus, der nur mit der Schulung der Onkologen erreicht wurde.
  • Es gab keine Auswirkungen auf die Patientenzufriedenheit, die in alle vier Armen vergleichbar war.
  • Die PEF verlängerte die Dauer der Beratungen nicht.

Studiendesign

  • Die multizentrische Studie CHOICE untersuchte die Effektivität einer schriftlichen Kommunikationshilfe für Patienten und einer Schulung von Onkologen, um den Einsatz von PEF bei Patienten mit fortgeschrittenem Krebs zu erhöhen.
  • Die Studie umfasste vier parallele Arme: Medizinische Onkologen (n = 31) wurden randomisiert und erhielten eine Schulung oder keine Schulung; Patienten (n = 194) wurden randomisiert und erhielten die schriftliche Kommunikationshilfe oder nicht.
  • Die Schulung der Onkologen bestand aus schriftlichen Unterlagen, zwei Gruppensitzungen mit Rollenspielen und Feedback, einer Sitzung mit Auffrischungs-Feedback und einer Beratungskarte. Die Kommunikationshilfe für Patienten bestand aus einer Liste zu stellender Fragen und einer Übung zur Verdeutlichung des Nutzens.
  • Es wurde eine Audioaufzeichnung des relevanten Beratungsgesprächs für jeden Patienten angefertigt. Das primäre Outcome war die beobachtete PEF (definiert gemäß dem etablierten OPTION12-Tool) und wurde von verblindeten Sachverständigen beurteilt.

Einschränkungen

Die Verblindung war eingeschränkt: Die Teilnehmer waren sich ihrer Schulung bewusst. Inhalt und Nutzung der Kommunikationshilfe für die Patienten waren eventuell suboptimal.