ESMO 2018 – Lassen sich Fortschritte bei metastasierten NSCLC auf Karzinome im Frühstadium übertragen?


  • Jo Whelan
  • Oncology Conference reports
Der Zugang zum gesamten Inhalt dieser Seite ist nur Angehörigen medizinischer Fachkreise vorbehalten. Der Zugang zum gesamten Inhalt dieser Seite ist nur Angehörigen medizinischer Fachkreise vorbehalten.

Erkenntnis

  • Patienten mit NSCLC im Frühstadium sollten möglichst in Studien behandelt werden: Es werden viele neue Ansätze auf ihren Nutzen im Vergleich zur Standardversorgung geprüft.
  • Multidisziplinäre Kooperationen zwischen Kollegen aus Medizin, Radiologie und Chirurgie sind unverzichtbar, um Patienten den Zugang zum gesamten Spektrum neuer, in der Prüfung befindlicher Therapien zu bieten.

Warum das wichtig ist

Zielgerichtete und immunologische Therapien haben die Behandlung des fortgeschrittenen NSCLC revolutioniert. Insbesondere PD-(L)1-Antikörper können bei einer Untergruppe von Patienten mit fortgeschrittener Erkrankung eine anhaltende Remission auslösen. Aber die Standardversorgung für Patienten im Frühstadium hat sich kaum weiterentwickelt. In vielen Studien wird jetzt versucht, die im fortgeschrittenen Setting gewonnenen Erkenntnisse auf Patienten mit nicht metastasiertem Karzinom zu übertragen. Bei einem großen Teil der Patienten mit operablem Tumor kommt es nach der Operation zu einem Rückfall, sodass eine wirksame adjuvante oder neoadjuvante Therapie viele Leben retten könnte.

Kernpunkte aus dem Symposium

  • Immuntherapien könnten bei Patienten im Frühstadium noch mehr Wirkung haben, weil ihr Immunsystem noch besser intakt ist. Es scheint möglich zu sein, das Immunsystem langfristig auf den Kampf gegen Mikrometastasen vorzubereiten.
  • Onkologen brauchen dringend Zugang zu mehr Tumorgewebe, wenn die Patienten von dem vollen Potenzial personalisierter Therapieansätze profitieren sollen. Dafür ist eine engere Zusammenarbeit mit den Chirurgen erforderlich.
  • NSCLC in Stadium 3 (lokal fortgeschritten) sind heterogen und benötigen eine Reihe von Therapieansätzen. Eine bessere Zusammenarbeit zwischen medizinischen und radiologischen Onkologen ist entscheidend, um die Behandlungsergebnisse für diese Patienten zu verbessern.
  • Pathologisches Ansprechen könnte in diesem Setting ein nützlicherer Endpunkt sein als das Ansprechen laut RECIST-Kriterien.
  • Bei Karzinomen in Stadium 3 scheint es eine positive Wechselwirkung zwischen Bestrahlung und Immunotherapie zu geben, die einigen Patienten einen verlängerten Nutzen bietet. Das sollte weiter erforscht werden.
  • Bisher war der Einsatz von TKIs in Stadium 3 enttäuschend, aber weitere Untersuchungen im neoadjuvanten Setting und in Zusammenhang mit Radiochemotherapie sind gerechtfertigt, insbesondere, wenn das pathologische Ansprechen beurteilt wird.