ESMO 2018 – Kombinations-Immuntherapie mit zusätzlichem Danvatirsen bei rezidiviertem metastasiertem Kopf-Hals-Krebs verdoppelte die Ansprechrate im Vergleich zu einer Durvalumab-Monotherapie


  • Michael Simm
  • Oncology Conference reports
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Erkenntnis

  • In einer laufenden Studie der Phase-Ib/II schnitt eine Kombinationstherapie aus dem Antisense-Oligonukleotid-Stromamodulator Danvatirsen und dem Anti-PD-L1-Antikörper Durvalumab im Vergleich zu PD-1/PD-L1-Inhibitoren als Monotherapie bezüglich der Gesamtansprechrate bei rezidiviertem metastasiertem Kopf-Hals-Krebs (rmHNC) besser ab.

Warum das wichtig ist

  • Mit dem Angriff auf die intratumorale Unterdrückung von Anti-Tumor-Zellreaktionen wurde eine neue Front in der Immunologie eröffnet.
  • Zusätzlich zur Blockade des Liganden für den programmierten Zelltod 1 (PD-L1) durch Durvalumab kann die Immunsuppression in der Tumormikroumgebung durch STAT3 in Stromazellen mit dem Antisense-Mittel Danvatirsen unterbunden werden.

Wesentliche Ergebnisse

  • Bei 44 Patienten unter Kombinations-Immuntherapie lag die Gesamtansprechrate bei 23 %. In 3 Fällen war ein vollständiges Ansprechen zu verzeichnen (7 %) und in 7 Fällen ein teilweises Ansprechen (16 %).
  • Die vorläufigen Daten ergaben eine mediane Ansprechdauer von 11,1 Monaten (Bereich 3–22 Monate), wobei 6 von 10 Patienten noch weiterhin ein Ansprechen zeigten.
  • In der Gruppe mit 13 Patienten unter Danvatirsen-Monotherapie betrug die Ansprechrate 0 %. In der Gruppe mit 21 Patienten, die Durvalumab in Kombination mit dem Chemokin-2-Rezeptorantagonist AZD5069 erhielten, gab es 1 teilweises Ansprechen (5 %).
  • Bei 43 der 44 Patienten, die die Kombinations-Immuntherapie erhielten, traten therapiebedingte unerwünschte Ereignisse (UE) auf, einschließlich 35 UE vom Grad 3 oder höher. Therapievermittelte UE gab es bei 61 %. Thrombozytopenie und Transaminitis wurden durch Unterbrechung und Reduzierung der Dosen behandelt.

Studiendesign

  • 44 meist männliche rmHNC-Patienten mit einem Altersmedian von 61 Jahren und ECOG 0 (27 %) bzw. 1 (73 %) sowie mindestens 1 vorangegangenen Therapie erhielten die Kombinationstherapie.
  • Sie wurden mit 13 Patienten verglichen, die eine Danvatirsen-Monotherapie erhielten, und mit 21 Patienten, die Durvalumab und den Chemokin-2-Rezeptorantagonisten AZD5069 erhielten.

Expertenmeinung

  • „Die Zweitlinientherapie mit Danvatirsen plus Durvalumab zeigte eine ermutigende Anti-Tumor-Wirkung mit ausgeprägtem, verlängertem Ansprechen bei PD-L1-naiven Patienten.“ (Hauptautor Ezra E. W. Cohen, Abteilung für Medizin an der Universität von Kalifornien in San Diego, USA).

Einschränkungen

  • Dies sind frühe Daten von einer kleinen Patientenzahl, die in größeren Kohorten bestätigt werden müssen.

Sponsor

  • AstraZeneca.