ESMO 2018 – Einsatz von Cabazitaxel vor einer Androgenrezeptor-Therapie kann bei mCRPC mit schlechter Prognose den klinischen Nutzen maximieren


  • Jo Whelan
  • Oncology Conference reports
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Erkenntnis

  • Bei metastasiertem, kastrationsresistentem Prostatakarzinom (mCRPC) mit schlechter Prognose war Cabazitaxel mit einem größeren klinischen Nutzen assoziiert als eine auf den Androgenrezeptor (AR) gerichtete Therapie mit Abirateron oder Enzalutamid.
  • Die Fraktion von Tumor-DNA im Blut (circulating tumour DNA, ctDNA) erwies sich als prognostisch für das Gesamtüberleben.

Warum das wichtig ist

Das optimale Management von mCRPC mit schlechter Prognose ist nicht gut beschrieben. Nach Expertenkonsens sollte eine Chemotherapie vor einer auf AR-gerichteten Therapie durchgeführt werden, aber das wurde noch nicht in einer randomisierten Studie untersucht.

Wesentliche Ergebnisse

  • Bei Patienten, die erst mit Cabazitaxel behandelt wurden, war die Wahrscheinlichkeit für einen Nutzen größer als bei Patienten, die erst mit Abirateron/Enzalutamid behandelt wurden (klinische Nutzenrate 90 % bzw. 70 %, p = 0,020).
  • Nach dem Crossover (d. h. in der Zweitlinientherapie) gab es zwischen den Therapien keinen signifikanten Unterschied im klinischen Nutzen und die Abbruchraten waren hoch.
  • Patienten mit 2 % bis 30 % ctDNA (als Fraktion der gesamten zellfreien DNA) zu Studienbeginn wiesen ein medianes OS von 22 Monaten auf, während es bei >30 % ctDNA nur 9 Monate waren. Patienten mit nicht nachweisbarer ctDNA überlebten am längsten (Median nicht erreicht).
  • Bei den Patienten, deren ctDNA-Fraktion sich während der Therapie erhöhte, war das OS signifikant kürzer (HR 6,24 [95%-KI 2,09–18,63], p = 0,001).

Studiendesign

  • 95 Patienten mit mCRPC und schlechter Prognose wurden randomisiert und erhielten Cabazitaxel oder eine auf AR-gerichtete Therapie (Abirateron oder Enzalutamid nach Ermessen des Prüfarztes); bei Krankheitsfortschritt erfolgte ein Crossover.
  • Gründe für die schlechte Prognose waren Lebermetastasen bei 18 %, frühes CRPC (
  • Der primäre Endpunkt war die klinische Nutzenrate (PSA-Rückgang ≥50 %, objektives Ansprechen oder Krankheitsstabilisierung für ≥12 Wochen).
  • Serielle Plasmaproben wurden auf ctDNA analysiert.

Einschränkungen

Die Studie wies keine ausreichende Teststärke für OS auf. Die Ergebnisse müssen in einer Phase-III-Studie bestätigt werden.

Expertenmeinung

„Die Abbruchraten in der Zweitlinientherapie (nach dem Crossover) waren sehr hoch“, bemerkte Stéphane Oudard vom Georges-Pompidou-Krankenhaus in Paris, Frankreich. Er warnte davor, die Chance für eine Chemotherapie zu verpassen.