ESMO 2018 – Eine von sechs prämenopausalen Brustkrebspatientinnen hielt die Tamoxifen-Therapie nach einem Jahr nicht mehr ein


  • Jo Whelan
  • Oncology Conference reports
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Erkenntnis

  • Eine von sechs prämenopausalen Frauen (16 %) zeigte nach einem Jahr eine mangelnde Adhärenz bei der Tamoxifen-Therapie.
  • Bei 10,7 % war keine Serum-Konzentration messbar, das heißt, die Therapie wurde ganz aufgegeben.
  • Selbstberichte sind kein zuverlässiger Indikator für die Adhärenz.
  • Ärzte sollten nach Nebenwirkungen fragen, zur Offenheit bezüglich Non-Adhärenz mit der Therapie ermuntern und mit den Patientinnen zusammen Strategien entwickeln, damit sie die Therapie einhalten können.

Warum das wichtig ist

Non-Adhärenz ist bei einer Langzeit-Hormontherapie (d. h., die Einnahme von

Wesentliche Ergebnisse

  • 16 % (188/1177) der prämenopausalen Frauen unter Tamoxifen in der CANTO-Studie zeigten nach einem Jahr eine mangelnde Adhärenz (Beurteilung aufgrund einer Tamoxifen-Konzentration im Serum
  • Innerhalb dieser Gruppe konnte bei 10,7 % der Studiengesamtpopulation gar keine Tamoxifen-Konzentration nachgewiesen werden. Dies wurde als Non-Adhärenz eingestuft.
  • Die Hälfte der Patientinnen mit mangelnder Adhärenz hatte im Selbstbericht angegeben, dass sie die Therapie wie verordnet einhalten.

Studiendesign

  • CANTO COMPLETE war eine vorab geplante Teilstudie der französischen prospektiven Längsschnittstudie CANTO, in der 12.000 Patientinnen mit kürzlich diagnostiziertem Brustkrebs im Stadium I–III untersucht werden. Ziel von CANTO ist es, die Einflüsse von Therapietoxizitäten über einen langen Zeitraum zu beschreiben.
  • CANTO COMPLETE untersuchte Prävalenz und Prädiktoren für Non-Adhärenz bei prämenopausalen Frauen anhand der Arzneimittel-Konzentration im Serum und verglich diese mit den eigenen Angaben der Patientinnen zur Therapietreue.

Einschränkungen

Die Tamoxifen-Konzentration im Serum wurde nur zu einem Zeitpunkt gemessen und repräsentiert nur die Konzentration im vorangegangenen Monat.

Expertenmeinung

„Die Nichteinhaltung adjuvanter Hormontherapien ist ein unterschätztes und nicht ausreichend dokumentiertes Problem, das die Patientinnen dem Risiko eines unzureichenden klinischen Nutzens aussetzt“, sagte der von ESMO befragte Kommentator Giuseppe Curigliano von der Universität Mailand in Italien.