ESMO 2018 – Dreifachtherapie als Erstlinienbehandlung bei fortgeschrittenem Melanom mit BRAF-Mutation: Der Mix macht's


  • Cristina Ferrario — Agenzia Zoe
  • Oncology Conference reports
Der Zugang zum gesamten Inhalt dieser Seite ist nur Angehörigen medizinischer Fachkreise vorbehalten. Der Zugang zum gesamten Inhalt dieser Seite ist nur Angehörigen medizinischer Fachkreise vorbehalten.

Erkenntnis

  • Im Vergleich zu Placebo (PBO) führte der Anti-PD1-Antikörper Pembrolizumab (Pembro) als Zusatz zu Dabrafenib (D) und Trametinib (T) in der Erstlinienbehandlung bei fortgeschrittenem Melanom mit BRAF-Mutation zu einer numerischen Verbesserung des progressionsfreien Überlebens (PFS) und der Ansprechdauer (DOR).

Warum das wichtig ist

  • Die Therapie mit BRAF-Inhibitoren fördert die PD-1- und PD-L1-Expression bei Patienten, die ein Melanom mit BRAF-Mutation haben.
  • In Phase I der KEYNOTE-022-Studie zeigte die Kombination aus Pembro+D+T eine vielversprechende Antitumorwirkung und akzeptable Verträglichkeit.

Wesentliche Ergebnisse

  • Der Median des Follow-up betrug in beiden Gruppen 9,6 Monte.
  • Die Kombination aus Pembro+D+T führte zu einer numerischen Verbesserung des PFS im Vergleich zu Placebo (16,0 bzw. 10,3 Monate; HR 0,66; p = 0,04287), obwohl die Ergebnisse gemäß Studiendesign nicht statistisch signifikant waren.
  • Die PFS-Raten nach 12 Monaten betrugen 59 % bzw. 45 %.
  • Die DOR betrug 18,7 bzw. 12,5 Monate, wobei mehr Patienten unter Pembro+D+T ein Ansprechen ≥18 Monate zeigten (60 % vs 28 % unter PBO).
  • Die Raten für das Gesamtüberleben (OS) nach 12 Monaten betrugen 80 % bzw. 73 %.
  • In der Pembro-Gruppe wurden höhere Raten unerwünschter Ereignisse beobachtet, wobei sich die meisten Ereignisse durch eine Therapieunterbrechung oder Dosisreduktion beherrschen ließen.

Studiendesign

  • Es wurden die Ergebnisse der randomisierten, doppelblinden Phase-II-Studie (KEYNOTE-022 Teil 3) vorgestellt.
  • 120 Patienten mit nicht vorbehandeltem Melanom in Stadium III/IV mit BRAFV600E/K-Mutation wurden randomisiert und erhielten Pembro+D+T (n = 60) oder PBO+D+T (n = 60).
  • Der primäre Endpunkt war das PFS; zu den sekundären Endpunkten gehörten ORR, DOR und OS.
  • Die Signifikanzanforderungen zur Ablehnung der Null-Hypothese mit einseitigem Test und einem Fehler erster Ordnung von 0,025 waren ∼74 PFS-Ereignisse bei einer Teststärke von 80 %; beobachtete HR ≤0,62.
  • Sponsor: Merck & Co., Inc.

Einschränkungen

  • Geringe Patientenzahl und kurzes Follow-up.

Expertenmeinung

„Diese Ergebnisse bestätigen, dass die Kombination bei fortgeschrittenem Melanom wichtig ist. Wir sollten uns jetzt auf dem Weg zu einer wahrhaft personalisierten Medizin darauf konzentrieren, die Teilgruppe von Patienten zu finden, für die das am wichtigsten ist.” Reinhart Dummer. Universitätsspital Zürich, Schweiz.