ESMO 2017 : Eines von vier kleinen Mammakarzinomen im Frühstadium kann aggressiv sein und würde von einer adjuvanten Chemotherapie profitieren


  • Univadis
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Kernbotschaften

  • Eine von vier Patientinnen mit einem T1abN0-Mammakarzinom von weniger als 1 cm Größe kann von einer adjuvanten Chemotherapie profitieren.

Relevanz

  • Die Studie untersucht die Annahme, dass alle Patientinnen mit kleinen Mammakarzinomen, die klinisch als risikoarm eingestuft werden, eine adjuvante Chemotherapie nach der Operation vermeiden können.

Studienaufbau

  • Bei 826 von 6693 Patientinnen mit pT1abN0 Mammakarzinomen aus der MINIDACT-Studie wurde sowohl das genetische als auch das klinische Rezidiv-Risiko anhand von MammaPrint®, einem Test auf 70-Gensignaturen, und von Adjuvant!, einer Suite von Online-Tools, beurteilt.
  • Die Patientinnen wurden randomisiert und erhielten eine Chemotherapie oder keine Chemotherapie. Sie wurden über 5 Jahre nachbeobachtet.
  • Sponsor: European Organisation for Research and Treatment of Cancer.

Wichtigste Ergebnisse

  • Bei 99,3 % der Patientinnen wurde das klinische Risiko als niedrig eingestuft; bei 75,5 % der Patientinnen wurde sowohl das klinische als auch das genetische Risiko als niedrig eingestuft.
  • Bei 23,7 % der Patientinnen wurden das klinische Risiko als niedrig und das genetische Risiko als hoch eingestuft.
  • Das 5-Jahresüberleben ohne Fernmetastasen in der Gruppe mit klinisch niedrigem/genetisch hohem Risiko betrug für die Patientinnen, die eine Chemotherapie bekommen hatten, 97,3 % (95%-KI, 89,4–99,3) und für die Patientinnen ohne Chemotherapie 91,4 % (95%-KI, 82,6–95,9).
  • Das 5-Jahres-Intervall ohne Fernmetastasen und das Gesamtüberleben in der Gruppe mit klinisch niedrigem/genetisch hohem Risiko betrugen für die Patientinnen, die eine Chemotherapie bekommen hatten, 98,8 % (95%-KI, 91,9–99,8) bzw. 98,5 % (95%-KI, 89,6–99,8), und für die Patientinnen ohne Chemotherapie 91,4 % (95%-KI, 82,6–95,9) bzw. 95,8 % (89,1–98,4%).

Einschränkungen

  • Kleine Stichprobe
  • Gentest-Sensitivität ist noch gering.
  • Eine kleine Gruppe von Patientinnen profitierte, trotzdem erhielten viele Patientinnen eine Chemotherapie ohne offensichtlichen persönlichen Nutzen.