ESC 2020 — ESC-/EACTS-Leitlinien 2020 zu VHF


  • Pavankumar Kamat
  • Conference Reports
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Erkenntnis

  • Die Leitlinien zu Vorhofflimmern (VHF), die 2020 von der European Society of Cardiology (ESC) in Zusammenarbeit mit der European Association of Cardio-Thoracic Surgery (EACTS) entwickelt wurden, unterstreichen die diagnostische Bestätigung und die strukturierte Charakterisierung von VHF sowie die Bedeutung des Afib Better Care(ABC)-Ansatzes für das integrierte Versorgungsmanagement.

Wichtigste Punkte

  • Die Leitlinien sprechen sich bei Patienten im Alter von mindestens 65 Jahren (Klasse I, Evidenzlevel B) weiterhin für ein opportunistisches Screening auf VHF mittels Puls- und Elektrokardiogramm(EKG)-Kurve aus.
  • Ein systematisches EKG-Screening sollte auch für den Nachweis von VHF bei Personen im Alter von mindestens 75 Jahren oder denjenigen mit einem hohen Schlaganfallrisiko (Klasse IIa, Evidenzlevel B) in Betracht gezogen werden.
  • Personen sollten über die Signifikanz und die Behandlungsimplikationen des VHF-Nachweises aufgeklärt werden, mit einer strukturierten Überweisungsplattform zur weiteren Beurteilung (Klasse I).
  • Eine gesicherte Diagnose kann für ein klinisches VHF erst nach der Bestätigung durch eine konventionelle 12-Kanal-EKG-Kurve oder eine 1-Kanal-EKG-Kurve mit mindestens 30 Sekunden VHF gestellt werden.
  • Die Richtlinien schlagen ein 4S-AF-Schema für eine strukturierte Charakterisierung von VHF vor, das das „Schlaganfallrisiko“, die „Schwere der Symptome“, die „Schwere der Belastung durch das VHF“ und das „Ausmaß des Substrats“ berücksichtigt.
  • Die Leitlinien befürworten den ABC-Ansatz für das integrierte Versorgungsmanagement: „A“ für Antikoagulation/Schlaganfallvermeidung, „B“ für Bessere Symptomkontrolle und „C“ für die Optimierung von Komorbiditäten/kardiovaskulären Risikofaktoren.
  • Die Unterstützung einer formalen Risikobeurteilung auf Grundlage der Beurteilung des Blutungsrisikos bei allen Patienten, einschließlich der Anwendung des HAS-BLED-Scores, wurde bestärkt.
  • Die Leitlinie stellt auch den Gewichtsverlust bei adipösen Patienten mit VHF heraus, insbesondere bei denjenigen, die auf eine Ablation hin beurteilt wurden, sowie eine gute Blutdruckkontrolle bei Patienten mit VHF und Hypertonie (beide Klasse I, von Klasse IIa aufwärts). 
  • Es gibt keine Empfehlung hinsichtlich der Bevorzugung eines neuartigen oralen Antikoagulans (NOAK) gegenüber einem anderen. 
  • Bei Patienten, die bereits Vitamin-K-Antagonisten mit geringem Zeitabstand im therapeutischen Bereich erhalten, wird eine Umstellung auf ein anderes NOAK (Klasse I) oder eine Verbesserung des zeitlichen Abstands im therapeutischen Bereich (Klasse IIa) empfohlen.
  • Eine Katheterablation wird jetzt empfohlen, nachdem eine antiarrhythmische Medikamententherapie die Symptome eines VHF-Rezidivs bei Patienten mit paroxysmalem VHF oder persistierendem VHF mit oder ohne signifikante Risikofaktoren für ein Rezidiv nicht verbessert.
  • Eine Katheterablation stellt jetzt auch die Erstlinientherapie für Patienten mit VHF dar, die eine hohe Wahrscheinlichkeit für eine Tachykardie-induzierte Kardiomyopathie aufweisen, unabhängig vom Symptomstatus.
  • Eine vollständige Pulmonalvenenisolation wird bei allen Katheterablationsverfahren für VHF (Klasse I) empfohlen.
  • Die Empfehlung, Amiodaron nicht bei allen VHF-Patienten als Erstlinienmedikament für eine langfristige Rhythmuskontrolle anzuwenden, einschließlich derjenigen mit Herzinsuffizienz mit verringerter Auswurffraktion, wurde bestärkt (Klasse I, von Klasse IIa aufwärts).
  • Die Leitlinien enthalten ausdrücklich eine Empfehlung bezüglich der Notwendigkeit, die Versorgungsqualität zu messen.
  • Es wurde eine multinationale Arbeitsgruppe gebildet, um eine Liste von Qualitätsindikatoren (QIs) zu entwickeln, die letztlich 17 primäre QIs und 17 sekundäre QIs umfasst.