ESC 2020 — Dapagliflozin bringt CKD-Patienten mit und ohne Diabetes einen Nutzen


  • Sarfaroj Khan
  • Conference Reports
Der Zugang zum gesamten Inhalt dieser Seite ist nur Angehörigen medizinischer Fachkreise vorbehalten. Der Zugang zum gesamten Inhalt dieser Seite ist nur Angehörigen medizinischer Fachkreise vorbehalten.

Erkenntnis

  • Der Natrium-Glukose-Cotransporter-2-Inhibitor Dapagliflozin reduzierte das Risiko für Nierenversagen, Tod aufgrund kardiovaskulärer Ursachen oder Krankenhauseinweisungen aufgrund von Herzinsuffizienz sowie die Gesamtmortalität bei Patienten mit chronischer Nierenerkrankung (CKD) mit und ohne Typ-2-Diabetes.

Warum das wichtig ist

  • Die Ergebnisse unterstreichen die potenziellen Vorteile von Dapagliflozin für Patienten mit CKD, die verbesserte Behandlungsoptionen benötigen.

Studiendesign

  • In der Studie DAPA-CKD wurden 4.304 Patienten (mittleres Alter: 61,8 Jahre, 66,9 % männlich) im Verhältnis 1:1 randomisiert und erhielten einmal täglich zusätzlich zur Standardbehandlung (d. h. einem Angiotensin Converting Enzyme [ACE]-Inhibitor oder einem Angiotensin-II-Rezeptorblocker [ARB]) einmal täglich 10 mg Dapagliflozin oder Placebo.
  • Alle Patienten wiesen eine geschätzte glomeruläre Filtrationsrate (eGFR) von ≥ 25 und ≤ 75 ml/min/1,73 m2 und ein Verhältnis von Albumin zu Kreatinin im Urin zwischen ≥ 200 mg/g und ≤ 5.000 mg/g auf und nahmen für ≥ 4 Wochen eine stabile, maximal verträgliche Dosis eines ACE-Inhibitors oder ARBs ein (sofern nicht kontraindiziert).
  • Primärer zusammengesetzter Endpunkt: anhaltende eGFR-Abnahme um ≥ 50 %, Nierenerkrankung im Endstadium (ESRD) und Tod durch renale oder kardiovaskuläre Ursache.
  • Finanzierung: AstraZeneca.

Wesentliche Ergebnisse

  • Während einer medianen Nachbeobachtungszeit von 2,4 Jahren traten in der Dapagliflozin-Gruppe 197 primäre Endpunktereignisse auf vs. 312 in der Placebo-Gruppe (HR: 0,61; 95 %-KI: 0,51–0,72; p = 0,000000028).
  • Der Nutzen war für Patienten mit (HR: 0,64; 95 %-KI: 0,52–0,79) und solche ohne (HR: 0,50; 95 %-KI: 0,35–0,72) Typ-2-Diabetes übereinstimmend (pInteraktion = 0,24).
  • Dapagliflozin reduzierte verglichen mit Placebo alle drei sekundären Endpunkte:
    • Anhaltende eGFR-Abnahme ≥ 50 %, ESRD und Tod renaler Ursache (HR: 0,56; 95 %-KI: 0,45–0,68; p 
    • Krankenhauseinweisung aufgrund von kardiovaskulärem Tod oder Herzinsuffizienz (HR: 0,71; 95 %-KI: 0,55–0,92; p = 0,0089) und
    • Gesamtmortalität (HR: 0,69; 95 %-KI: 0,53–0,88; p = 0,0035).
  • Schwerwiegende unerwünschte Ereignisse traten in der Placebo-Gruppe etwas häufiger auf als in der Dapagliflozin-Gruppe (33,9 % vs. 29,5 %), während die Anzahl derjenigen, die die Medikamenteneinnahme abbrachen, ähnlich war (5,7 % vs. 5,5 %).

Expertenkommentar

Janani Rangaswami, MD, vom Einstein Medical Center in Philadelphia, PA, sagte: „Je schneller Sie eingreifen, desto besser ist es“, um eine weitere Progression zu verlangsamen. Die neuen Ergebnisse zeigen jedoch „selbst bei der Behandlung von Patienten mit niedrigeren eGFRs einen Nutzen. Es besteht nach wie vor Hoffnung, eine Dialyse zu verhindern oder hinauszuzögern.“