Erst schlechte Ernährung, dann obstruktive Schlafapnoe

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  • Clinical Summary
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Erkenntnis

  • Eine schlechtere Ernährung, genauer: eine schlechtere allgemeine Qualität der Nahrungsmittel, sowie ein höheres Entzündungspotenzial ist laut einer 2 Millionen Personenjahre abdeckenden gepoolten Analyse von 3 prospektiven Kohortenstudien mit der Entwicklung einer obstruktiven Schlafapnoe (OSA) assoziiert.

Warum das wichtig ist

  • Eine OSA tritt häufig auf und betrifft 10–20 % der US-Bevölkerung.
  • Diese Studie ist die erste prospektive Kohorte, die eine schlechtere Ernährung mit der Entwicklung einer OSA in Verbindung bringt.
  • Die Studie bestätigt 4 vorausgegangene Querschnittskohortenstudien.
  • Die hier berichteten Ergebnisse stimmen mit Studien überein, die eine enge Beziehung zwischen ungesunder Ernährung sowie einer kürzeren Schlafdauer und einer schlechteren Schlafqualität zeigen, die bei Personen mit OSA häufig vorliegen.
  • Die Ergebnisse stimmen auch mit Studien überein, die zeigen, dass die Ernährung Entzündungen moduliert und eine hochwertigere Ernährung mit günstigen Entzündungsprofilen verknüpft ist.
  • Der in dieser gepoolten Analyse verwendete Dietary Inflammatory Index (DII) ist mit einem erhöhten Risiko für mehrere entzündungsbedingte Erkrankungen assoziiert, darunter Diabetes, kardiovaskuläre Erkrankungen und Kolorektalkarzinom.

Studiendesign

  • Für die gepoolte Analyse wurden die folgenden 3 US-amerikanischen prospektiven Kohortenstudien herangezogen: Nurses' Health Study (2002–2012), Nurses' Health Study II (1995–2013) und die Health Professionals Follow-up Study (1996–2012).
  • Die Qualität der Ernährung wurde anhand validierter Fragebögen zur Häufigkeit der Nahrungsaufnahme berechnet, die alle 4 Jahre ausgefüllt wurden.
  • Es wurden 2 Messgrößen für die Ernährungsqualität berechnet: der Alternative Healthy Eating Index (AHEI), ein Maß für die allgemeine Qualität der Ernährung, sowie das Empirical Dietary Inflammatory Pattern (EDIP), ein Maß für das Entzündungspotenzial der Ernährung, bestimmt durch die Fähigkeit, anhand der konsumierten Lebensmittelgruppen die Plasmakonzentrationen von 3 proinflammatorischen Zytokinen (Interleukin-6, C-reaktives Protein und Tumornekrosefaktor α) zu prognostizieren. 
  • Primäres Ergebnis: klinisch bestätigte OSA gemäß selbstberichteter Arztdiagnosen, bestätigt durch Überprüfung der Krankenakten, die auf mindestens 1 objektiven Überwachungsmethode basierte.
  • Finanzierung: NIH

Hauptergebnisse

  • Die gepoolte Analyse umfasste 18 Jahre Nachbeobachtung und 2.051.278 Personenjahre.
  • Höhere AHEI-Scores (die eine bessere Qualität der Ernährung anzeigen) waren nach Bereinigung um potenzielle Störfaktoren mit einem um 24 % niedrigeren OSA-Risiko assoziiert, wenn das höchste Quintil mit dem niedrigsten Quintil verglichen wurde; HR: 0,76; 95 %-KI: 0,71–0,82; pTrend: < 0,001.
  • Höhere EDIP-Scores (die ein höheres Entzündungspotenzial der Ernährung anzeigen) waren nach Bereinigung um potenzielle Störfaktoren mit einem um 94 % erhöhten OSA-Risiko assoziiert, wenn das höchste Quintil mit dem niedrigsten Quintil verglichen wurde; HR: 1,94; 95 %-KI: 1,81–2,08; pTrend: < 0,001.

Einschränkungen

  • Beobachtungsstudie