ERS 2020 — Brensocatib zeigt sich in Phase-II-Studie vielversprechend bei Bronchiektase


  • Sarfaroj Khan
  • Conference Reports
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Erkenntnis

  • Ein neuartiger reversibler Dipeptidylpeptidase-1-(DPP1-)Inhibitor, Brensocatib, verlängerte bei Patienten mit nichtzystischer Fibrose-Bronchiektase die Zeit bis zur ersten Exazerbation signifikant und reduzierte das Exazerbationsrisiko.
  • Die auf ein Jahr hochgerechneten Exazerbationsraten waren ebenfalls niedriger als unter Placebo.

Warum das wichtig ist

  • Die Ergebnisse betonen die Bedeutung einer Behandlung von durch Neutrophile vermittelte Entzündungen bei Patienten mit Bronchiektase.
  • Um die Risiken und Nutzen von Brensocatib bei Bronchiektase zu bestimmen, sind größere und langfristigere Studien erforderlich.

Studiendesign

  • In dieser Phase-II-Studie mit dem Titel WILLOW wurden 256 Patienten mit Bronchiektase, die im vergangenen Jahr mindestens zwei Exazerbationen aufwiesen, in einem Verhältnis von 1:1:1 randomisiert dem Erhalt von einmal täglich 10 mg Brensocatib, 25 mg Brensocatib oder Placebo über 24 Wochen zugewiesen.
  • Primärer Endpunkt: Zeit bis zur ersten Exazerbation der Bronchiektase; sekundäre Endpunkte: Exazerbationsrate und Veränderung der Aktivität der Granulozyten-Elastase (GE) im Sputum.
  • Finanzierung: Insmed.

Wesentliche Ergebnisse

  • Unter Brensocatib wurde die Zeit bis zur ersten Exazerbation innerhalb von 24 Wochen im Vergleich zu Placebo signifikant verlängert (Brensocatib: 10 mg; p = 0,03; Brensocatib: 25 mg; p = 0,04).
  • Das Risiko für eine Exazerbation war unter Brensocatib im Vergleich zu Placebo reduziert:
    • Brensocatib 10 mg: adjustierte HR (aHR): 0,58; 95%iges KI: 0,35–0,95; p = 0,03 und
    • Brensocatib 25 mg: aHR: 0,62; 95%iges KI: 0,38–0,99; p = 0,046.
  • Das Inzidenzratenverhältnis für Brensocatib betrug gegenüber Placebo 0,64 (95%iges KI: 0,42–0,98; p = 0,04) in der 10-mg-Gruppe und 0,75 (95%iges KI: 0,50–1,13; p = 0,17) in der 25-mg-Gruppe.
  • Während des 24-wöchigen Behandlungszeitraums war die mittlere GE-Konzentration im Sputum unter beiden Dosierungen von Brensocatib niedriger als unter Placebo.
  • Die Ergebnisse waren in den Subgruppen basierend auf Alter, Baseline-GE-Konzentrationen, Vorgeschichte früherer Exazerbationen, Bronchiectasis Severity Index und Lungenfunktion konsistent.
  • Die Inzidenz von Zähne oder Haut betreffenden unerwünschten Ereignissen von besonderem Interesse war unter der 10-mg- bzw. 25-mg-Brensocatib-Dosis höher als unter Placebo.

Einschränkungen

  • Relativ kleine Stichprobe.
  • Kurze Studiendauer.

Expertenkommentar

Der leitende Autor James Chalmers, MBChB, Ph.D., bemerkte: „Diese Ergebnisse sind im Hinblick auf das Fehlen zugelassener pharmazeutischer Therapien zur Reduzierung des Exazerbationsrisikos – dem Hauptfaktor für Morbidität und Mortalität bei Patienten mit Bronchiektase – extrem wichtig. Die Ergebnisse validieren auch den neuartigen Wirkmechanismus von Brensocatib und unterstreichen den potenziellen Nutzen einer Reduzierung der Aktivität der Serinprotease von Neutrophilen.“