ERS 2019 – Pathophysiologie und klinische Erkenntnisse zu schwerem nicht allergischem Asthma.


  • Eliana Mesa
  • Conference Reports
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Nicht allergisches schweres Asthma umfasst nicht allergisches, schweres eosinophiles Asthma (Typ 2) und nicht allergisches, schweres nicht eosinophiles Asthma (Nicht-Typ-2). GINA 2019 empfiehlt für Patienten in Schritt 5 hochdosierte inhalative Kortikosteroide (ICS) und lang wirkende Betaagonisten (LABA). Auch eine Add-on-Therapie mit Tiotropium oder Anti-IgE, Anti-IL5/5R oder Anti-IL4 sollte in Betracht gezogen werden. Eine Überprüfung der Evidenz für die monoklonalen Antikörper Anti-IL5, Anti-IL5R und Anti-IL4R zeigt, dass sie bei allergischem und nicht allergischem schwerem eosinophilen Asthma wirksam sind. Studien mit Azithromycin (AZT) haben seine Wirkung zur Prävention von Exazerbationen bei schwerem Asthma beurteilt. Die Wirkungen von AZT unterscheiden sich je nach Phänotyp (eosinophil/nicht eosinophil). Eine Dauerbehandlung mit AZT verringert den Einsatz von oralen Kortikosteroiden (OCS) bei eosinophilem Asthma und den Einsatz von Antibiotika bei nicht eosinophilem Asthma.

Die Interaktion zwischen Epithelzellen und den subepithelialen Mesenchymalzellen wurde untersucht. Die Funktion beider Zellarten wird durch einen Umwelt-Auslöser kontrolliert, der epigenetische Veränderungen induziert, die an der Regulierung der Remodellierung der Atemwegswände beteiligt sind. Die Epithelzelle sezerniert Proteine, die die Physiologie der Mesenchymalzellen steuert, die wiederum chemische Lockstoffe für Immunzellen freisetzt. Bei der Epithel-Mesenchymal-Interaktion gab es keine signifikanten Unterschiede zwischen allergischem und nicht allergischem Asthma.

Die europäische Lungenstiftung (European Lung Foundation, ELF) hat verschiedene Fragen zu schweren Exazerbationen untersucht: Wie lautet die genaue Definition, welche auslösenden Faktoren gibt es für Beginn und Schwere von Exazerbationen und was ist die beste Strategie für ihre Behandlung oder Vermeidung. Die neuen ERS/ATS-Richtlinien zu schwerem Asthma schlagen vor: 1. Anti-IL5 und Anti-IL5R bei schwerem, unkontrolliertem eosinophilem Asthma einsetzen; 2. Cut-off-Wert für Eosinophile im Blut >150/μl, um die Anti-IL5-Behandlung bei Erwachsenen zu beginnen. 3. Cut-off-Werte für Eosinophile (>260/μL) und FeNO (>19,5 ppb) zur Bestimmung von Erwachsenen und Jugendlichen, die wahrscheinlich von einer IgE-Therapie profitieren würden. 4. Anwendung von inhalativem Tiotropium bei Jugendlichen und Erwachsenen. 5. Versuchsweise dauerhafte Makrolidtherapie zur Reduzierung von Asthmaexazerbation verwenden. 6. Anti-IL4/13 bei erwachsenen Patienten mit schwerem eosinophilem Asthma und bei Patienten mit kortikosteroidpflichtigem Asthma.

Und schließlich wurde der Einsatz von bronchialer Thermoplastie (BT) untersucht. BT ist die einzige gegenwärtige Asthmatherapie, die das Remodelling umkehrt. Sie vermindert die glatten Muskelzellen in den Atemwegen und die retikulären Fasern in der Basalmembran. Die bronchiale Thermoplastie reduziert auch die Nervenenden in der Schleimhaut und Unterschleimhaut, Hyperinflation und Lufteinschluss sowie Atmungsheterogenität. Außerdem fördert die BT die Proliferation der bronchialen Epithelzellen. Geeignete Kandidaten sind Patienten, für die keine Biologika infrage kommen, die nicht den Rest ihres Lebens Biologika einnehmen wollen, die nicht auf Biologika ansprechen oder die sowohl Asthma als auch COPD haben. Wie man Patienten bestimmen kann, die auf die Behandlung ansprechen, ist weiterhin nicht geklärt.