ERS 2019 – Neue Empfehlungen und Prioritäten beim Asthma-Management


  • Eliana Mesa
  • Conference Reports
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Laut GINA 2019 gibt es eine fundamentale Veränderung des Managements bei leichtem Asthma. In dieser Überarbeitung wird eine Asthma-Behandlung mit kurz wirkenden Beta-Agonisten (SABA) allein nicht mehr für Erwachsene und Jugendliche empfohlen, was durch mehrere Studien unterstützt wird. Zu den Nebenwirkungen von SABA gehören eine Verringerung der Dilatation und des Schutzes der Bronchien, erhöhte allergische Reaktionen und eosinophile Atemwegsentzündung. Niedrig dosierte ICS sind hoch wirksam. Sie verringern die Symptome sowie das Risiko für Krankenhauseinweisung und Tod. Aber ICS-haltige Medikamente werden nicht in ausreichendem Maße eingesetzt. GINA hält Werte und Präferenzen bei leichtem Asthma für sehr wichtig. Vermeidung von SABA-Monotherapien und Notwendigkeit von täglichem ICS lautet die Botschaft, um Symptomerleichterung und Risikoverminderung zu erreichen. Das normale Patientenverhalten sollte zur Prävention genutzt werden. GINA macht auch auf verschiedene Evidenzlücken bei anderen Populationen (Kinder, Schwangere, Patienten mit wenig Symptomen), klinischem Kontext, gemeinsamer Entscheidungsfindung (Gespräch mit Patienten) und der Politik (z. B. Zugang zu Medikamenten) aufmerksam.

Es gibt immer noch beträchtliche Evidenzlücken beim Management von Kindern und Jugendlichen mit Asthma. Bedenken zum Management von leichtem Asthma bei Erwachsenen und Jugendlichen gelten auch für Kinder. Zusammenarbeit ist wichtig, um das Verständnis und das Management von schwerem Asthma bei Kindern zu verbessern. Erwachsenenstudien sollten eine ausreichende Anzahl von Jugendlichen umfassen und eine vordefinierte Teilgruppenanalyse vorsehen. Und schließlich bestehen unerfüllte Bedürfnisse zur Therapieverbesserung für Vorschulkinder, wo es vielversprechende Ansätze mit Phänotypisierung gibt.

Laut GINA wird es 2020 Aussagen zum Management von schwerem Asthma bei Erwachsenen geben. Bei Patienten mit schwerem Typ-2-Asthma unter ICS kann eine Add-on-Therapie mit einem Anti-Typ-2-Biologikum wie Mepolizumab, Benralizumab oder Dupilumab den Kortikoidbedarf und die Exazerbationen verringern. Bei Patienten mit schwerem Typ-2-Asthma und häufigen Exazerbationen trotz hoher ICS+LABA-Dosen hat sich eine Add-on-Therapie mit folgenden Biologika als wirksam und sicher erwiesen: Omalizumab bei schwerem allergischem Asthma, Mepolizumab, Reslizumab (IV) und Benralizumab bei schwerem eosinophilem Asthma, Dupilumab bei schwerem Typ-2-Asthma. Pragmatische Studien mit einem direkten Vergleich der Wirksamkeit bei schwerem Typ-2-Asthma sind dringend erforderlich. In diesem Sinne wurde auf die Studie PREDICTUMAB 01 (Prädiktive Faktoren für das Ansprechen auf Omalizumab bei allergischem und eosinophilem schwerem Asthma) verwiesen, eine multizentrische, pragmatische Studie in Belgien und Europa.