ERS 2019 – Leitlinien für schweres Asthma: Aktualisierung der ERS/ATS-Leitlinien 2019 (Teil 1)


  • Eliana Mesa
  • Conference Reports
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Im ersten Teil über die aktualisierten ERS/ATS-Asthma-Leitlinien 2019 wird die Überarbeitung der Diagnosestufen für schweres Asthma diskutiert, die Wichtigkeit der Unterscheidung zwischen schweren und leichteren Krankheitsformen (basierend auf dem Therapieansprechen) betont und auf die „Simulanten“ bei schwer behandelbarem Asthma hingewiesen.  Dr. Cardet hat sich die Neuigkeiten der Task Force für die ERS/ATS-Leitlinien 2019 zu schwerem Asthma angesehen.  Die Expertengruppe hat Schlüsselfragen erarbeitet, die Outcomes als „kritisch oder wichtig“ eingestuft und die Evidenz gemäß dem GRADE-Ansatz ermittelt. Es wurden 6 Fragen formuliert. Die Empfehlungen nach dem iterativen Konsens wurden entweder als „stark“ (die meisten gut informierten Patienten würden dem folgen) oder „bedingt“ (Unsicherheit, ob die Folgen wünschenswert sind oder nicht: geringwertige Evidenz, heterogene Schwere, Patientenwerte) eingestuft.  Die Empfehlungen lauten:

  • Anti-IL5-Strategien: Es wird vorgeschlagen, Anti-IL5-Strategien als Add-on-Therapie bei Erwachsenen mit schwerem, unkontrolliertem eosinophilen Asthma einzusetzen. Einstufung: bedingt.
  • Biomarker für Anti-IL5-Strategien: Ebenfalls bedingt; schlägt einen Cut-off für die Eosinophilenzahl im Blut von > 150/μl vor, um eine Anti-IL5-Therapie bei Erwachsenen mit schwerem Asthma und Exazerbationsneigung zu beginnen.
  • Biomarker für Anti-IgE-Therapie: Ebenfalls bedingt; schlägt einen Cut-off für die Eosinophilenzahl im Blut von > 260/μl und einen Cut-off für FeNO von > 19,5 ppb vor, um Jugendliche (> 12 Jahre) und Erwachsene mit schwerem allergischem Asthma zu identifizieren, die mit größerer Wahrscheinlichkeit von einer Anti-IgE-Behandlung profitieren würden.
  • LAMA-Therapie: Für Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit schwerem, unkontrolliertem Asthma trotz Therapien gemäß GINA Stufe 4-5/NAEPP Stufe 5 wird zusätzliches Tiotropium empfohlen. Dies ist die einzige als stark eingestufte Empfehlung.
  • Makrolidtherapie: Es wird der Versuch einer Makrolidtherapie vorgeschlagen, um Exazerbationen bei Erwachsenen mit anhaltend symptomatischem oder unkontrolliertem Asthma trotz Therapie gemäß GINA/NAEPP Stufe 5 zu verringern. Die Anwendung einer dauerhaften Makrolidtherapie bei Kindern und Jugendlichen mit schwerem unkontrolliertem Asthma ist kontraindiziert. Dies ist eine bedingte Empfehlung.
  • Anti-IL4/IL13Ra-Therapie/Dupilumab: Vorgeschlagen wird Dupilumab als Add-on-Therapie für erwachsene Patienten mit schwerem eosinophilem Asthma und für Patienten mit schwerem kortikosteroidpflichtigem Asthma unabhängig von der Eosinophilenkonzentration; als bedingt eingestuft.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass bei schwerem Asthma die Diagnose zu bestätigen ist, Asthma-„Simulanten“ und Komorbiditäten zu beachten sind und die Therapie optimiert werden muss.

Diese Task Force:

  • spricht eine bedingte Empfehlung für den Einsatz von Anti-IL5- und Anti-IL4/13-Strategien sowie Azithromycin und eine starke Empfehlung für Tiotropium aus.
  • empfiehlt bedingt die Verwendung von Biomarkern zur Identifizierung von Patienten, die mit größerer Wahrscheinlichkeit von Anti-IL5-Strategien profitieren können (Eosinophile im Blut und FeNO).