ERS 2019 – ALERT: Abstracts von Studien zur Evolution in der Atemwegsmedizin: COPD und Husten


  • Eliana Mesa
  • Conference Reports
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Die gepoolten Daten der Patientenmerkmale zur Baseline aus den Phase-III-Studien GALATHEA und TERRANOVA wurden analysiert, um COPD-Patienten zu finden, die von Benralizumab profitieren können. Wirksamkeitsfaktoren zur Baseline, häufige Exazerbationen in der Anamnese, geringerer FEV1 nach BD, größeres FEV1-Ansprechen nach BD und frühere dreifache Inhalationstherapie bei Patienten mit Baseline-Eosinophilen ≥ 220 Zellen/µl waren mit einer größeren Wirksamkeit von 100 mg Benralizumab im Vergleich zu Placebo assoziiert. Das beste Ansprechen war mit einer früheren dreifachen Inhalationstherapie, Baseline-Eosinophilen ≥ 220 Zellen/µl im Blut und ≥ 3 Exazerbationen innerhalb des letzten Jahres verbunden. Eine laufende Studie der Phase III wird die Wirksamkeit von Benralizumab bei diesen Patienten überprüfen.

Ein interessanter Vortrag präsentierte das RheOX® System für Bronchial Rheoplasty® (BR). Es ist ein nicht thermales Verfahren mit elektrischen Pulsen, das die abnormalen Schleim produzierenden Zellen verringert und dabei die extrazelluläre Matrix intakt lässt. Präklinische Studien zeigten die Epithelablation, gefolgt von einer raschen Regeneration normaler Epithelzellen. Die Ergebnisse stammten aus einer prospektiven Multizenterstudie mit 32 Patienten, die sich einer BR unter Vollnarkose unterzogen. Das Verfahren wurde bei allen Patienten erfolgreich durchgeführt. Es traten nur 2 schwerwiegende unerwünschte Ereignisse auf, die auf das Produkt zurückzuführen waren.

Eine randomisierte, klinische multizentrische Studie mit 134 Patienten mit schwerem COPD untersuchte, ob eine pulmonale Tele-Rehabilitation (PTR) langfristig einer konventionellen PR überlegen ist. Der primäre Endpunkt war die Gehfähigkeit, weitere Endpunkte waren Symptome, Lebensqualität, Grad der körperlichen Aktivität, Mortalität und Krankenhausaufenthalte. Die Ergebnisse zeigten keine statistischen Unterschiede bei den Langzeit-Ergebnissen (12 Monate) zwischen der PTR- und der PR-Gruppe.

Im vierten kurz vor Schluss eingereichten Abstract ging es um eine randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte, multizentrische Crossover-Studie zur Untersuchung der Wirksamkeit und Sicherheit von S-600918 (ein P2X3-rezeptorselektiver Antagonist) bei Patienten mit refraktärem chronischem Husten. Die 31 aufgenommenen Patienten bekamen 2 Wochen lang entweder 150 mg S-600918 oder einen entsprechenden Placebo. Nach einem Auswaschzeitraum von 2 bis 3 Wochen kamen die Patienten in die jeweils andere Behandlungsgruppe. Der Husten tagsüber (primärer Endpunkt) war um 31,6 % verringert (nicht signifikant) und der Husten über 24 Stunden (sekundärer Endpunkt) war signifikant um 30,9 % verringert. Die Gesamtinzidenz therapiebedingter unerwünschter Ereignisse (UE) war nicht signifikant.

Bronchoskopische Lungenvolumenreduktion (BLVR) mit Zephyr® Valve verbessert die Funktion, körperliche Belastbarkeit und Lebensqualität (QoL) bei hyperventilierenden Patienten mit schwerem Emphysem. Es wurde eine Post-hoc-Analyse der Therapiebewertung aus Patientensicht (patient-reported outcomes, PRO) durchgeführt, um den Einfluss des Zephyr® Valve auf die tägliche Symptomlast und QoL zu bestimmen. Die Ergebnisse dieser Analyse zeigen, dass da Zephyr® Valve Dyspnoe und QoL signifikant verbessert, was mit den Ergebnissen des Primärartikels übereinstimmt. Aber das Zephyr® Valve hat keinen Einfluss auf Husten und die Sputumproduktion bei chronischer Bronchitis, was seine Rolle bei der Emphysem-Behandlung unterstützt.