Ernährungsreport 2019: Lecker und gesund soll es sein


  • Andrea Hertlein
  • Medizinische Nachrichten
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Kernbotschaft

Für 99 Prozent der deutschen Verbraucher kommt es beim Essen auf den Geschmack an, für 91 Prozent auf die Gesundheit und für immerhin 48 Prozent auf eine einfache Zubereitung. Dies geht aus dem am Dienstag vorgestellten Ernährungsreport des Bundeslandwirtschaftsministeriums hervor.

Hintergrund

Der jährliche Ernährungsreport beruht auf einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa im Auftrag des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL). Dazu wurden von Oktober und November 2018 rund 1.000 Bundesbürgerinnen und -bürger ab 14 Jahren zu ihren Ess- und Einkaufsgewohnheiten befragt. Die wichtigsten Ergebnisse über Deutschland, wie es isst, sind im Ernährungsreport 2019 zusammengefasst.

Ergebnisse

Während es für 99 Prozent der Befragten beim Essen auf den Geschmack ankommt, steht laut Report für 91 Prozent die Gesundheit ganz oben. So isst die Mehrheit der Deutschen täglich Obst, Gemüse und Milchprodukte. Fleisch- und Wurstwaren kommen dagegen nur bei etwas mehr als einem Viertel der Befragten jeden Tag auf den Tisch. Nur 6 Prozent ernähren sich ausschließlich vegan oder vegetarisch.

Dass die Deutschen immer bewusster essen, zeigt sich auch im Einkaufsverhalten: Mehr als die Hälfte der Verbraucher achtet beim Einkauf auf Zuckermenge und Fettanteil. 71 Prozent ist es wichtig, dass Fertigprodukte weniger Zucker enthalten, 68 Prozent wollen weniger ungesunde Transfette und 38 Prozent weniger Salz. Fast die Hälfte der Befragten bevorzugen eine einfache Zubereitung. Gut ein Drittel der Deutschen achtet auf die Kalorien und nur 23 Prozent auf den Preis der Nahrungsmittel.

 Klinische Bedeutung

Der Griff zu Fertiggerichten liege im Trend, sagte Bundesernährungsministerin Julia Klöckner gegenüber der DPA bei der Vorstellung des Ernährungsreports 2019 in Berlin und plädierte für die Reduzierung von Zucker, Fett und Salz in Fertiggerichten, die sie in einer gemeinsamen Grundsatzerklärung mit der Lebensmittelbranche voranbringen will. „Dass wir alle gerne theoretisch einen Plan machen können, was gesund ist, aber am Ende wird es alles nichts bringen, wenn es nicht schmeckt", wurde Klöckner von der DPA zitiert. Deswegen werde nicht von heute auf morgen vorgeschrieben, den Zucker etwa um die Hälfte zu reduzieren. Produkte würden dann zum Ladenhüter.

Scharfe Kritik kommt indessen von der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG). „91 Prozent der Befragten wollen, dass Lebensmittel gesund sind. Doch zurzeit ist in Deutschland das Gegenteil Realität: Viele Fertiglebensmittel sind zu süß, zu fett, zu salzig“, sagte DDG-Geschäftsführerin Barbara Bitzer in einer Mitteilung. Daran werde auch die Nationale Reduktionsstrategie von Frau Klöckner nicht viel ändern, denn die darin bisher vereinbarten Ziele seien viel zu gering und die Umsetzung freiwillig.