Erkenntnisse befürworten bei Jungen eine HPV-Impfung vor Beginn ihrer sexuellen Aktivität

  • Harder T, Wichmann O, Klug SJ, van der Sande MAB, Wiese-Posselt M.
  • BMC Medicine
  • 18.07.2018

  • von Priscilla Lynch
  • Univadis
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Eine Auswertung vorliegender Nachweise deutet darauf hin, dass eine HPV-Impfung bei Männern in Populationen, die sich hauptsächlich aus HPV-infizierten Männern zusammensetzen, mäßig wirkungsvoll gegen persistierende anogenitale HPV-Infektion und hochgradige anale intraepitheliale Läsionen ist.

Diese bisher einzigartige systematische Auswertung, veröffentlicht in BMC Medicine, bewertete sieben Studien über HPV-Impfung bei Männern (vier randomisierte, kontrollierte Studien, drei nicht-randomisierte Studien) mit insgesamt 5.294 Teilnehmern.

Die Impfstoffwirksamkeit bei mindestens seit sechs Monaten andauernden anogenitalen HPV16-Infektionen betrug 46,9 % (95 %-KI: 28,6 %–60,8 %), während die Wirksamkeit bei persistierenden Infektionen der Mundhöhle bei 88 % lag (95 %-KI: 2 %–98 %).

Im Falle von Läsionen in Zusammenhang mit analer intraepithelialer Neoplasie 2. und 3. Grades lag die Impfstoffwirksamkeit bei 61,9 % (95 %-KI: 21,4 %–82,8 %) bzw. 46,8 % (95 %-KI: -20 % bis -77,9 %).

In Bezug auf die Impfstoffwirksamkeit gegen penile intraepitheliale Neoplasie 2. oder 3. Grades ergaben sich keine aussagekräftigen Schätzungen und für anales, peniles oder Kopf-Hals-Plattenepithelkarzinom konnten überhaupt keine Daten ermittelt werden.

Bei Teilnehmern, die zum Zeitpunkt der Aufnahme in die Studie HPV-seronegativ und PCR-negativ waren, erwies sich die Wirksamkeit bezüglich aller Ergebnisse als höher.

Die Erkenntnisse befürworten bei Jungen eine HPV-Impfung vor Beginn ihrer sexuellen Aktivität.

Abschließend bemerken die Studienautoren, dass Modellstudien benötigt werden, um zu untersuchen, welche Auswirkungen die Aufnahme von Männern in bestehende, an Frauen gerichtete HPV-Impfprogramme hat.