Erhöhter THC-Gehalt im Haschisch steigert die Risiken


  • Thomas Kron
  • Studien – kurz & knapp
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Kernbotschaften

Innerhalb der vergangenen Dekade ist der Gehalt an THC (Tetrahydrocannabinol) in Haschisch und Marihuana gestiegen. Besonders ausgeprägt ist die Zunahme beim Haschisch. Der Preis ist hingegen stabil geblieben. Das Risiko für unerwünschte Nebenwirkungen ist dadurch erhöht.

Hintergrund

Um die gesundheitlichen Folgen des Cannabis-Konsums beurteilen zu können, sind exakte Daten zum Gehalt an relevanten Wirkstoffen erforderlich. Da es sich um pflanzliche Produkte handelt, kann angenommen werden, dass es bei der Zusammensetzung Schwankungen unterschiedlicher Ursachen geben kann. Eine Kenntnis der Zusammenhänge ist auch für gesetzgeberische Maßnahmen erforderlich.

Design

Ausgewertet wurden Daten aus 28 EU-Mitgliedstaaten, Norwegen und der Türkei. Untersucht wurde der TCH-Gehalt in  beschlagnahmten Cannabis-Produkten. Ermittelt wurde außerdem die Preisentwicklung.

Hauptergebnisse

  • Beim Haschisch nahm der THC-Wert von 8,14 Prozent (6,89 - 9,49) im Jahr 2006 auf 17,22 Prozent (15,23 - 19,25) zu, wobei der Anstieg hauptsächlich in der zweiten Häfte des Zeitraums ( ab 2011) stattfand.
  • Der Preis stieg von 8,21 Euros pro Gramm auf 12,27.
  • Der THC-Gehalt pro Euro nahm von 11,0 mg auf 16,39 mg zu. 
  • Beim Marihuana stieg der THC-Gehalt von 5,0 Prozent (3,91- 6,23) auf 10,22 (9,01 -11,47). 
  • Der Preis stieg von 7,36 Euros pro Gramm auf 12,22 Euros.
  • Der THC-Gehalt pro Euro blieb mit 12, 65 bis 12,72 konstant.

Klinische Bedeutung

Produkte mit höheren THC-Gehalt können deutlich stärkere unerwünschte Wirkungen haben. Möglich sind diverse, individuell unterschiedliche psychische Symptome wie Ängste, Depressionen, kognitive Störungen oder Wahnvorstellungen bis hin zur vollen Ausprägung psychiatrischer Erkrankungen wie Manien oder eine psychotische Erkrankung. Auf das Problem einer Zunahme des THC-Gehaltes in beschlagnahmter Ware haben 2016 auch schon

Dr. Michael Specka sowie Professor Norbert Scherbaum vom LVR-Klinikum Essen hingewiesen. Der Gehalt am „medizinischen“ Cannabidiol, dem entkrampfende, entzündungshemmende und angstlösende Wirkungen zugeschrieben werden, habe sich dagegen vermindert („DMW“). Mögliche Gründe für den erhöhten THC-Gehalt im Haschisch sind veränderte Anbaumethoden in Marroko und auch die lokale (Europa) Produktion hoch-potenten Haschischs.

Finanzierung: Society for the Study of Addiction