Erhöhte Mortalität durch späte Intervention beim pädiatrischen Status epilepticus


  • Michael Simm
  • Studien – kurz & knapp
Der Zugang zum gesamten Inhalt dieser Seite ist nur Angehörigen medizinischer Fachkreise vorbehalten. Der Zugang zum gesamten Inhalt dieser Seite ist nur Angehörigen medizinischer Fachkreise vorbehalten.

Kernbotschaft

Kinder mit einem refraktärem konvulsiven Status epilepticus (RCSE), die binnen 10 Minuten mit Benzodiazepinen behandelt wurden, hatten einen klaren Überlebensvorteil gegenüber solchen, bei denen die Intervention erst später erfolgte.

Hauptergebnisse

  • Unter den median 4 Jahre alten Patienten erhielten 33,9 % Benzodiazepine innerhalb von weniger als 10 Minuten, die anderen erst später.
  • Im Vergleich zur ersten Gruppe hatte diejenige mit verzögerter Behandlung adjustiert ein elfmal so hohes Risiko, im Krankenhaus zu sterben (P=0,02). Absolut waren es in dieser Gruppe sieben Todesfälle, während es unter schneller Behandlung keine Todesfälle gab.
  • Das Risiko für kontinuierliche Infusionen war nach verzögerter Behandlung um das 1,8-fache erhöht (P=0,047), zudem ergaben die Berechnungen ein 2,6-fach erhöhtes Risiko für eine längere Anfallsdauer (P=0,003). Die Anfallsdauer betrug in der ersten Gruppe median 48,5 Minuten, unter verspäteter Behandlung 139,5 Minuten

 

Design

  • Multizentrische, beobachtende, prospektive Kohortenstudie mit 218 Patienten mit refraktärem konvulsiven Status epilepticus (RCSE) im Alter zwischen einem Monat und 21 Jahren.
  • Unterscheidung in zwei Kohorten anhand der Dauer bis zur Gabe von Benzodiazepinen: Weniger als 10 Minutenoder länger.
  • Primäres Studienziel war der Anteil der Patienten, die noch in der Klinik starben, sekundäres Studienziel der Anteil der Patienten, die kontinuierliche Infusionen benötigten, um den Anfall zu beenden.
  • Finanzierung: Epilepsy Research Fund und Pediatric Epilepsy Research Foundation.

Klinische Bedeutung

Eine verzögerte Behandlung des Status epilepticus führt zu längeren Anfällen. In dieser Studie zeigt sich, dass eine zu langsame Intervention mit Benzodiazepin außerdem die Sterberate pädiatrischer Patienten erhöht. Im Umkehrschluss fragen die Autoren, ob schlechte Ergebnisse in dieser Indikation nicht wenigstens teilweise durch ein schnelleres Eingreifen verhindert werden könnten. Dies erscheint plausibel und sollte in weiteren Studien überprüft werden. Überraschend wäre es nicht, wenn analog zum Schlaganfall auch hier die Formel „Zeit ist Hirn“ gelten würde.