Epidemiologie hämatologischer Malignome bei Menschen mit HIV


  • Heather Mason
  • Medical News
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Weltweite epidemiologische Daten für hämatologische Malignome im Zusammenhang mit HIV können wesentlich dazu beitragen, die Mortalität zu reduzieren. Bei der Verteilung von Krebserkrankungen in der HIV-Population gibt es regionale Unterschiede: In Ländern mit hohem Einkommen (HIC) haben eine alternde Bevölkerung aufgrund einer verfügbaren antiretroviralen Therapie und eine verringerte Sterblichkeit aufgrund von Infektionskrankheiten zu einem Nettoanstieg der Krebslast geführt. In Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen (LMIC) sind AIDS-definierende Krebsarten jedoch nach wie vor am häufigsten.

Überproportional betroffen sind HIV-Patienten von Non-Hodgkin-Lymphomen. Zwischen 2007 und 2017 stieg die weltweite Inzidenz von Non-Hodgkin-Lymphomen um rund 39%, wobei die meisten Fälle von Ländern mit hohem Einkommen gemeldet wurden. Es liegen keine Daten zum Lebenszeitrisiko für Non-Hodgkin-Lymphome in der globalen HIV-Population vor; eine US-Studie hat allerdings ein elfmal höheres Gesamtrisiko für Non-Hodgkin-Lymphome bei HIV-Positiven im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung ergeben. In Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen ist die Inzidenz von Non-Hodgkin-Lymphomen im Vergleich zu den USA und Europa gering (19 gegenüber 193 pro 100.000 Patientenjahre), was auf eine Unterdiagnose, eine jüngere Altersverteilung und eine erhöhte Mortalität aufgrund konkurrierender opportunistischer Infektionen zurückgeführt werden kann.

Die häufigste Krebsart bei HIV-Patienten ist das Hodgkin-Lymphom mit einem fünf- bis 26-fachen Anstieg des relativen Risikos im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung. Für die Auswirkung einer HIV-vermittelten Immunschwäche auf dieses Risiko liegen widersprüchliche Ergebnisse vor. Die Koinfektion mit dem Epstein-Barr-Virus tritt bei 80 bis 100% des HIV-assoziierten Hodgkin-Lymphoms auf und ist stark mit dem Subtyp gemischter Zellularität assoziiert, dem Alter bei der Diagnose, während das Gesamtüberleben von HIV-Positiven dem der Allgemeinbevölkerung ähnelt.

Studien von LMICs zeigen keine Unterschiede in der Inzidenz von multiplen Myelomen oder Leukämie zwischen HIV-Positiven und nicht infizierten Personen.

In der Ära der antiretroviralen Therapie ist die Inzidenz vieler Krebsarten bei HIV-Infizierten zurückgegangen. Das Risiko eines Non-Hodgkin-Lymphoms und in geringerem Maße eines Hodgkin-Lymphoms ist in dieser Population jedoch erhöht.