ePA: KBV will für Interoperabilität sorgen

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Berlin (pag) – Damit Ärzte die elektronische Patientenakte (ePA) füttern, lesen sowie ihre Inhalte strukturiert nutzen können, entwickelt die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) ein einheitliches Format: die Medizinischen Informationsobjekte (MIOs). Das erste dieser Art, der Impfpass, steht bereits online zur Kommentierung bereit.

 

„Mit den MIOs tritt im medizinischen Informationsaustausch ein einheitliches Format an die Stelle von vielen verschiedenen Formaten“, heißt es im MIO-Infoblatt der KBV. Ein MIO kann beispielsweise ein einzelner digitaler Informationsbaustein sein, aber auch ein aus mehreren Bausteinen zusammengesetztes Element. „Die Kassenärztliche Bundesvereinigung hat gesetzlich den Auftrag bekommen, inhaltliche Festlegungen für die elektronische Patientenakte zu treffen, um die semantische und syntaktische Interoperabilität zu gewährleisten“, erklärt KBV-Vorstandschef Dr. Andreas Gassen den Hintergrund. Das heißt im Klartext: Der Empfänger sieht in der ePA das Gleiche wie der Versender.

Die KBV setzt auf einen transparenten Prozess. So gehen die Medizinischen Informationsobjekte auf einer Online-Plattform in eine öffentliche Kommentierungsphase. Für den Impfpass ist das bereits geschehen. Nach der Kommentierung folgt die Herstellung des Benehmens, in der relevante Organisationen ihre Stellungnahmen abgeben können. Diese werden im Anschluss geprüft, eventuelle Änderungen eingearbeitet. Darauf folgt die Veröffentlichung. Die KBV setzt zwar auf Kooperation, das letzte Wort hat sie aber. Sie wünscht sich trotzdem, dass auch andere Organisationen Medizinische Informationsobjekte entwickeln.

Bei den nächsten MIOs handelt es sich um das Bonusheft (dafür arbeitet die KBV mit der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung zusammen), den Mutterpass und das Untersuchungsheft für Kinder.

Laut KBV könnte das eine oder andere MIO schon in der ePA 1.0 genutzt werden, die Anfang 2021 an den Start gehen soll. Diese ist zunächst aber nur dokument- und nicht objektbasiert. KBV-Vorstandsvize Dr. Stephan Hofmeister ist damit nicht ganz zufrieden: „Wir müssen eine Abwärtskompatibilität gewährleisten.“

 

Die MIO-Plattform finden Sie hier: https://mio.kbv.de/