ePA: DKG kritisiert KBV-Verantwortung

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Berlin (pag) – Die Regierung will der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) die Verantwortung für die Interoperabilität der elektronischen Patientenakte (ePA) übertragen. Dagegen läuft nicht nur die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) Sturm.

Formuliert ist der Wunsch der Regierung im Änderungsantrag 27d zum Terminservice- und Versorgungsgesetz. Dort heißt es, dass die KBV für die Festlegungen der ePA-Inhalte verantwortlich sei, „um deren semantische und syntaktische Interoperabilität zu gewährleisten“. Diese Festlegungen seien für alle gematik-Gesellschafter, für die Leistungserbringer und Krankenkassen sowie für ihre Verbände verbindlich. „Dies ist nur folgerichtig, denn wir wissen nun mal am besten, welche Erfordernisse diesbezüglich für die Versorgung der Patienten bestehen“, sagt Dr. Thomas Kriedel, Mitglied des Vorstands der KBV.

Die DKG ist entsetzt. „Die KBV hat keinerlei Kompetenz im Dokumentations- und Datensystem der Krankenhäuser“, meint ihr Hauptgeschäftsführer Georg Baum. „Die Krankenhäuser sind keine Mitglieder im KV-System. Es kann nicht akzeptiert werden, dass eine von den Interessen niedergelassener Ärzte gesteuerte Organisation Aufgabenzuordnungen aus dem Kernbereich der stationären Versorgung übertragen bekommt“. Auch der Bundesverband Gesundheits-IT (bvitg) glaubt nicht an die Kompetenz der KBV. Ein Muss bei der Interoperabilität sei es, auf vorliegendes Wissen zurückzugreifen und gewonnene Erkenntnisse zu berücksichtigen, sagt der bvitg. „Bei jüngsten Spezifikationsprojekten im Aufgabenbereich der KBV wurde dies nicht zufriedenstellend umgesetzt“, behauptet der Verband. „Im Gegenteil: Unter hohem Ressourceneinsatz erarbeitete Lösungen gehen an den Anforderungen des Marktes vorbei.“ Kriedel kann die Kritik nicht verstehen. „Selbstverständlich werden wir die Expertise aus Wissenschaft und Industrie einbinden und versuchen, zu gemeinsamen Ergebnissen zu kommen“, kündigt er an und sagt: „Am Ende muss jedoch einer entscheiden.“