Enzalutamid ermöglicht gute Lebensqualität bei nicht-metastasiertem kastrationsresistentem Prostata-CA

  • Lancet Oncology

  • von Michael Simm
  • Studien – kurz & knapp
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Kernbotschaften

Patienten mit nicht-metastasiertem, kastrationsresistentem Prostatakarzinom profitierten neben längerem Metastasen-freiem Überleben unter Enzalutamid von einer verzögerten Schmerz-Progression. Außerdem werden eine Verschlechterung der Symptome und des funktionalen Status verlangsamt.

Hintergrund

Enzalutamid hemmt den Signalweg des Androgenrezeptors und hat in der Studie PROSPER bei Patienten mit nicht-metastasiertem, kastrationsresistentem Prostatakarzinom das Metastasen-freie Überleben gegenüber Placebo signifikant verlängert. In die randomisierte, doppel-blinde, Placebo-kontrollierte Studie der Phase 3, waren weltweit 1401 Patienten eingeschlossen worden, deren PSA-Werte sich jeweils innerhalb von maximal 10 Monaten verdoppelt hatten.

Design

In der vorliegenden Veröffentlichung werden die Ergebnisse in der Bewertung durch die Patienten berichtet (Patient-reported outcomes, PRO). Sie füllten dafür zu Beginn der Studie, nach 17 Wochen, und danach alle 16 Wochen bis zum Behandlungsende Fragebögen aus bezüglich Schmerz (BPI-SF), Lebensqualität (EORTC QLQ-PR25 und EQ-5D-FL/EQ-VAS) und Funktionalität (FACT-P).

Ergebnisse

  • Die mediane Nachverfolgungszeit betrug unter Enzalutamid 18,5 Monate, und 15,1 Monate in der Placebo-Gruppe.
  • Beim sozialen und familiären Wohlbefinden ergab sich nach 97 Wochen eine Differenz von 0,94 Punkten auf der FACT-P-Skala zugunsten Enzalutamid, die zwar statistisch signifikant war (p = 0,045), aber von den Autoren als klinisch nicht bedeutsam eingestuft wurde.
  • Die Lebensqualität gemäß EORTX QLQ-PR25 war unter Enzalutamid mit einer Differenz von 3,38 Punkten signifikant schlechter (p = 0,002), jedoch war auch dieser Unterschied klinisch nicht bedeutsam.
  • Eine klinischen Nutzen von Enzalutamid sahen die Forscher dagegen bei der Verzögerung der Schmerz-Progression (Chancenverhältnis [HR] 0,75; p = 0,028), von Harnwegs-Symptomen (HR 0,58; p

Klinische Bedeutung

Die erweiterte Auswertung der PROSPER-Studie fragt nach dem Preis, den die Patienten in puncto Lebensqualität bezahlen müssen, um eine höhere Überlebenswahrscheinlichkeit durch die Einnahme von Enzalutamid zu erreichen. Das Ergebnis wird vom Kommentator Gillian M Duchesne (Melbourne) als „beruhigend“ gewertet. Er sieht die Lebensqualität dieser Patientenpopulation trotz der mitunter schweren Nebenwirkungen der Therapie als vergleichbar mit der Gesamtbevölkerung an – ein Zustand, der etwa zwei Jahre anhielt.

Finanzierung: Astellas Pharma Inc, Medivation LLC.