Endometriumkarzinom: radikale Hysterektomie erzielt im Stadium II ein schlechteres OS

  • Nasioudis D & al.
  • Gynecol Oncol
  • 20.02.2020

  • von Deepa Koli
  • Studien – kurz & knapp
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Erkenntnis

  • Patienten mit Endometriumkarzinom im Stadium II, die sich einer radikalen Hysterektomie unterziehen, haben im Vergleich zu einer einfachen Hysterektomie einen längeren Klinikaufenthalt und eine höhere 90-Tages-Mortalität ohne einen Überlebensvorteil.
  • Patienten können mit adjuvanter Bestrahlung ein besseres Überleben erreichen.

Warum das wichtig ist

  • Leitlinien empfehlen eine einfache Hysterektomie als Alternative zum radikalen Ansatz.

Studiendesign

  • 7552 Patienten mit Endometriumkarzinom im Stadium II (Durchschnittsalter 63 Jahre) unterzogen sich zwischen 2004 und 2015 einer radikalen oder einfachen Hysterektomie.
  • Finanzierung: keine offengelegt.

Wesentliche Ergebnisse

  • 10,5% der Patienten unterzogen sich einer radikalen Hysterektomie.
  • Mittleres Follow-up: 60,94 Monate in der Gruppe mit radikaler Hysterektomie und 60,68 Monate in der Gruppe mit einfacher Hysterektomie.
  • Das OS unterschied sich nicht signifikant zwischen beiden Gruppen (p=0,62).
  • Patienten, die sich einer radikalen Hysterektomie unterzogen, hatten einen längeren Klinikaufenthalt (im Schnitt 3 vs. 2 Tage; p
  • Das OS verbesserte sich signifikant bei Patienten, die eine adjuvante Bestrahlung erhielten (im Vergleich zu keiner Bestrahlung; p
  • Das OS war signifikant besser bei Patienten, die sich einer einfachen Hysterektomie mit adjuvanter Bestrahlung unterzogen (HR 0,72; 95% KI 0,56-0,92), im Vergleich zu jenen, die sich einer radikalen Hysterektomie ohne adjuvante Bestrahlung unterzogen.

Einschränkungen

  • Retrospektive Daten.
  • Mögliche falsche Klassifizierung der Tumoren.
  • Individuelle Indikationen und Gründe für die Verabreichung einer adjuvanten Chemotherapie und Bestrahlung wurden nicht erhoben.