Endometriumkarzinom: Adjuvante Radiochemotherapie versagt in Phase III

  • Matei D & al.
  • N Engl J Med
  • 13.06.2019

  • von Deepa Koli
  • Studien – kurz & knapp
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Erkenntnis

  • Bei Patientinnen mit fortgeschrittenem endometrialen Karzinom konnte eine adjuvante Chemotherapie plus Bestrahlung (RCT) das rezidivfreie Überleben (RFS) gegenüber einer reinen Chemotherapie nicht verbessern.

Warum das wichtig ist

  • Die reine Chemotherapie bleibt der Versorgungsstandard; die Ergebnisse deuten darauf hin, dass eine zusätzliche Bestrahlung zu mehr Intoleranz und einer unvollständigen Verabreichung der Chemotherapie führen kann.

Studiendesign

  • Phase-III-Studie der Gynecology Oncology Group (GOG), GOG-258, mit 736 Patientinnen mit Endometriumkarzinom im Stadium III–IVA laut International Federation of Gynecology and Obstetrics, die nach dem Zufallsprinzip einer adjuvanten 6-monatigen RCT oder Chemotherapie zugewiesen wurden.
  • Primärer Endpunkt: RFS (Zeit bis zum Rezidiv/Tod).
  • Finanzierung: National Cancer Institute.

Wesentliche Ergebnisse

  • Die mediane Nachbeobachtung dauerte 47 Monate.
  • 75 % der Patientinnen in der RCT- vs. 85 % in der Chemotherapie-Gruppe schlossen alle geplanten Chemotherapiezyklen ab.
  • Die Rate des RFS von 60 Monaten betrug 59 % mit RCT und 58 % mit Chemotherapie (HR: 0,90; p = 0,20).
  • Nach 60 Monaten war eine RCT assoziiert mit einer niedrigeren 5-jährigen Inzidenz von:
    • Rezidiven der Vagina (2 % vs. 7 %; HR: 0,36; 95 %-KI: 0,16–0,82) und
    • Rezidiven in den pelvinen und paraaortalen Lymphknoten (11 % vs. 20 %; HR: 0,43; 95 %-KI: 0,28–0,66).
  • Fernrezidive traten häufiger mit einer RCT auf (27 % vs. 21 %; HR: 1,36; 95 %-KI: 1,00–1,86).
  • Mit einer Radiochemotherapie wurden weniger unerwünschte Ereignisse vom Grad 3–5 beobachtet (58 % vs. 63 %).
  • Lebensqualität (QoL): Nach 70 Wochen wurde keine klinisch bedeutsame Differenz beobachtet.

Einschränkungen

  • Keine reifen Daten zum Gesamtüberleben (OS).