Endokrinologen stellen neue Behandlungsleitlinien für subklinische Hypothyreose infrage


  • Mary Corcoran
  • Univadis Medical News
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Die Society for Endocrinology (SfE) und die British Thyroid Association (BTA) haben Empfehlungen in einer neuen klinischen Praxisleitlinie zur Behandlung von subklinischer Hypothyreose (SCH) infrage gestellt. 

Die letzten Monat in BMJ veröffentlichten Leitlinien raten bei „fast allen“ Erwachsenen mit SCH von Schilddrüsenhormonen ab, wobei der Leitlinienausschuss anmerkte, die Empfehlungen ließen sich möglicherweise nicht auf Erwachsene unter 30 Jahren oder solche mit schweren Symptomen anwenden. 

In einer neuen Stellungnahme widersprechen die SfE und BTA jedoch dieser Empfehlung und verweisen darauf, dass diese auf einer Übersichtsarbeit mit Prüfung von 21 Studien mit nur 2.192 Teilnehmern beruhe, von denen mehr als 700 in eine ursprünglich kardiovaskuläre Studie (TRUST) mit Fokus auf älteren Patienten aufgenommen worden waren. Es wird angeführt, die Leitlinie enthalte keine hinreichende Evidenz, besonders jüngere Personen betreffend, um ihre Aussagen zu belegen.

Die SfE und BTA äußerten Befürchtungen, dass diese Empfehlungen Primärversorgungsärzte dazu bewegen könnten, Patienten mit subklinischer Hypothyreose, insbesondere jüngere, abzuweisen, was dazu führen könne, dass unverzichtbare Behandlungen versäumt werden, sollte deren Erkrankung fortschreiten. 

Nach Ansicht der beiden Fachvereinigungen würden größere Studien benötigt, die sensiblere Indikatoren verwenden und Faktoren wie das Alter berücksichtigen, bevor derart gravierende Schlüsse zu den Vor- oder Nachteilen einer SCH-Behandlung gezogen werden.