ENDO 2019—Niedrige Testosteron- und Kortisolproduktion bei chronischem Opioidkonsum


  • Tara Haelle
  • Conference Reports
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Erkenntnis

  • Die meisten Männer, die chronisch Opioide konsumieren, leiden an Hypogonadismus, und knapp einer von fünf leidet an Hypokortisolämie. 

Warum das wichtig ist

  • Zu wenig Testosteron kann zu Infertilität, Erektionsstörungen, Brustentwicklung sowie vermindertem Körperhaarwuchs und einem Rückgang der Muskelmasse beitragen, während eine unzureichende Kortisolproduktion zu Ermüdung, Gewichtsverlust und Stimmungsveränderungen führen kann.

Studiendesign

  • Metaanalyse (Zufallseffekte) und systematische Auswertung von 52 randomisierten und beobachtenden Studien (n = 18.428) aus acht elektronischen Datenbanken, die vor Mai 2018 veröffentlicht wurden. 
  • Zu den Studienteilnehmern gehörten Schmerzpatienten (n = 21 Studien), Patienten mit Opioidabhängigkeit, die sich einer Erhaltungstherapie unterzogen (n = 9), und gesunde Probanden (n = 4). 
  • Die Hauptmittel waren Morphin (n = 17) oder Methadon (n = 15).

Wesentliche Ergebnisse

  • In 15 Studien litten 65 Prozent von 3.250 Teilnehmern (zu 99,5 % männlich), die chronisch Opioide konsumierten (über > 6 Monate), an Hypogonadismus (95 %-KI: 57 %–73 %).
  • In 5 Studien litten 19 Prozent von 207 Patienten (zu 57,5 % männlich), die chronisch Opioide konsumierten, an Hypokortisolämie (95 %-KI: 10 %–29 %).
  • In 6 Studien an Patienten mit opioidinduziertem Hypogonadismus erhöhten sich die Testosteronwerte durch eine Testosteronersatztherapie.
  • Keine Effekte wurden auf der somatotropen (n = 5 Studien) oder der thyreotropen Achse (n = 7) festgestellt.
  • Beobachtet wurde eine steigende Tendenz hin zu Konzentrationen von Prolaktin im Serum.