ENDO 2019—Neue Leitlinien zu Osteoporose konzentrieren sich auf risikostratifizierte pharmakologische Therapie


  • Tara Haelle
  • Conference Reports
Der Zugang zum gesamten Inhalt dieser Seite ist nur Angehörigen medizinischer Fachkreise vorbehalten. Der Zugang zum gesamten Inhalt dieser Seite ist nur Angehörigen medizinischer Fachkreise vorbehalten.

Erkenntnis 

  • Neue Leitlinien von der Endocrine Society zum Umgang mit Osteoporose bei Frauen nach den Wechseljahren halten zu einer pharmakologischen Behandlung von Frauen mit hohem Frakturrisiko an. Dies gilt insbesondere für Frauen, die unlängst einen Bruch erlitten haben. 
  • Pharmakologische Behandlungspläne müssen auch auf Ernährung, Lebensstil und Sturzprävention ausgerichtete Interventionen sowie mit Ausnahme von Therapien mit Anabolika eine Nahrungsmittelergänzung mit Kalzium und Vitamin D beinhalten. 

Wichtigste Aspekte

  • Die Beurteilung des Frakturrisikos bei Frauen nach den Wechseljahren muss sich auf landesspezifische Hilfsmittel stützen.
  • Biphosphonate werden als Erstlinienbehandlung empfohlen. Dazu gehören Alendronat, Risedronat, Zoledronsäure und außer bei einem Risiko für nicht die Wirbelsäule betreffende Frakturen oder Hüftfrakturen auch Ibandronat.
    • Eine Neubeurteilung des Frakturrisikos ist nach 3–5 Jahren vorzunehmen.
    • Die Therapie ist bei nach wie vor hohem Risiko fortzusetzen.
    • Bei geringem bis mittlerem Risiko ist ein 2- bis 5-jähriges Aussetzen der Biphosphonate in Erwägung zu ziehen.
    • Falls es zu einer Fraktur kommt, die Knochenmineraldichte wesentlich abnimmt oder andere Risikofaktoren auftreten, können Biphosphonate wieder eingesetzt werden.
  • Denosumab ist eine Alternative zu Bisphosphonaten. 
    • Eine Neubeurteilung des Frakturrisikos ist nach 5–10 Jahren vorzunehmen; bei nach wie vor hohem Risiko kann Denosumab fortgesetzt oder ein Therapiewechsel vorgenommen werden.
    • Falls die Behandlung mit Denosumab abgebrochen wird, darf diese nicht nach einer Unterbrechung mit einer antiresorptiven Therapie ersetzt werden.
  • Teriparatid und Abaloparatid werden bei Frauen mit sehr hohem Frakturrisiko und schweren oder mehrere Wirbel betreffenden Frakturen (während bis zu 2 Jahren) empfohlen.
  • Raloxifen oder Bazedoxifen wird bei Frauen mit hohem Frakturrisiko sowie geringem Risiko für tiefe Beinvenenthrombosen, hohem Brustkrebsrisiko oder einer Unverträglichkeit gegen Biphosphonate/Denosumab empfohlen.
  • Eine menopausale Hormontherapie – Tibolon (außer in den USA oder in Kanada) oder Östrogen – oder Calcitonin ist bei Frauen mit spezifisch erwähnten Merkmalen und/oder einer Unverträglichkeit gegen andere empfohlene Arzneimittel indiziert.
  • Eine Dual-Röntgen-Absorptiometrie (DEXA) ist alle 1–3 Jahre vorzunehmen, um die Knochenmineraldichte bei Frauen mit hohem Risiko zu überwachen, die sich einer Osteoporosebehandlung unterziehen.
    • Alternativen zu DEXA zur Beurteilung des Ansprechens oder der Therapietreue umfassen Marker des Knochenstoffwechsels.