Empfehlungen von der European Society for Medical Oncology (ESMO) und der European Society of Gynaecological Oncology (ESGO) bei fortgeschrittenem Ovarialkrebs

  • Colombo N & al.
  • Ann Oncol
  • 01.05.2019

  • Oncology guidelines update
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Dies ist der zweite Teil einer zweiteiligen Serie zu den neuen Empfehlungen von ESMO/ESGO bei Ovarialkrebs.

Erkenntnis

  • Die European Society for Medical Oncology (ESMO) und die European Society of Gynaecological Oncology (ESGO) geben Empfehlungen zur Behandlung von fortgeschrittenem Ovarialkrebs heraus.

Wesentliche Empfehlungen

  • Operativer Eingriff:
    • Es wird empfohlen, eine komplette Tumorresektion direkt im Rahmen des Debulking durchzuführen.
    • Neoadjuvant kann Bevacizumab in Betracht gezogen werden.
  • Erstlinienbehandlung:
    • 3-wöchentlich Carboplatin/Paclitaxel ist die Standard-Chemotherapie.
    • Zusätzlich zur Erstlinienchemotherapie mit Carboplatin und Paclitaxel kann Bevacizumab erwogen werden.
    • Intraperitoneale Chemotherapie und hyperthermische intraperitoneale Chemotherapie werden nicht als Erstlinientherapie empfohlen.
  • Erstlinientherapie für fortgeschrittenen, nicht hochgradigen serösen Ovarialkrebs:
    • Eine primäre Debulking-Operation ohne makroskopische Resterkrankung oder mit Resterkrankung von
    • Anzubieten ist Carboplatin und Paclitaxel, zusätzlich kann Bevacizumab in Betracht gezogen werden.
    • Zu erwägen ist eine Erhaltungstherapie mit Antiöstrogen nach der Chemotherapie.
  • Erstlinientherapie für rezidivierende nicht hochgradige seröse Erkrankungen:
    • Zu erwägen ist eine sekundäre Debulking-Operation, eine Chemotherapie und/oder eine Antiöstrogentherapie.
    • Ausgewählten Patientinnen ist beim ersten Rezidiv eine vollständige Zytoreduktion mit anschließender systemischer Behandlung anzubieten.
    • HIPEC ergab bei rezidivierenden Erkrankungen keinen Nutzen.
    • Angiogenetische Therapie: Zu erwägen ist Bevacizumab plus Chemotherapie mit anschließender Erhaltungstherapie mit Bevacizumab.
    • PARP-Inhibitoren: Zu erwägen sind PARP-Inhibitoren (Olaparib, Niraparib und Rucaparib) als Erhaltungstherapie nach einem Ansprechen auf ≥ 2 Therapielinien auf Platinbasis; bei Patientinnen mit BRCA-Mutation ist eine Monotherapie mit PARP-Inhibitoren in Betracht zu ziehen.
  • Eine Platin-Reexposition nach einer Therapie mit einem nicht platinhaltigen Behandlungsschema (Monotherapie oder Kombination) kann bei platinsensitiven Patientinnen in Erwägung gezogen werden.