ELCC 2019 - Spielt das Mikrobiom im Darm beim klinischen Ansprechen auf eine Lungenkrebs-Immuntherapie eine Rolle?


  • Michael Simm
  • Oncology Conference reports
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Erkenntnis

Das Mikrobiom im Darm kann die Wechselwirkungen zwischen Krebstherapien und dem Immunsystem beeinflussen. Dies könnte potenziell für positive Manipulationen dieses Gleichgewichts durch Gabe von Probiotika, Präbiotika oder durch Übertragung von fäkalem Mikrobiom ausgenützt werden.

Warum das wichtig ist

Mikroben im Darm können Krebsmedikamente verstoffwechseln und Prozesse wie eine Entzündung, Immunstimulation und Zytoprotektion beeinflussen. Ein besseres Verständnis dieser Prozesse könnte zu neuen therapeutischen Strategien führen.

Studiendesign

Auswertung jüngster Daten aus Tiermodellen und menschlichen Patienten.

Wesentliche Ergebnisse

  • Die Verabreichung von Antibiotika war in einer Studie von 175 Patienten mit fortgeschrittenem Krebs, die mit PD(programmierter Zelltod)-1/PDL(programmierter Zelltodligand)-1-Inhibitoren behandelt worden waren, mit einem kürzeren progressionsfreien Überleben (PFS) von 3,5 Monaten gegenüber 5,2 Monaten und kürzerem Gesamtüberleben (OS) von 12,1 Monaten gegenüber 20,8 Monaten assoziiert.
  • Eine Dysbiose nach Verabreichung simultaner Antibiotika scheint den Widerstand gegenüber einer Immun-Checkpoint-Hemmung von PD-1 bei Krebspatienten mit bestätigter Tumorerkrankung zu beeinflussen.
  • Die am häufigsten bei nichtkleinzelligem Lungenkarzinom (NSCLC) und Nierenzellkarzinom mit einem Ansprechen assoziierte Spezies war Akkermansia muciniphila. Das Darmbakterium war zum Zeitpunkt der Diagnose in Stuhlproben von Krebspatienten, die von einer PD-1-Checkpoint-Inhibitortherapie profitierten, überexprimiert. Ein weiterer „Verdächtiger“ war Enterococcus hirae.
  • Bei Mäusen ging die Transplantation von fäkalem Mikrobiom aus dem Stuhl von Krebspatienten, die ansprachen, mit einer Sensitivität gegenüber einer PD-1-Inhibition einher.

Einschränkungen

Die Forschung wurde weitgehend an Mausmodellen betrieben. Keine prospektiven interventionellen Studien, die Korrelationen von Ursachen trennen können.

Finanzierung

Europäische Kommission und andere öffentliche Geldquellen.