ELCC 2019 - Patienten mit nichtsquamösem nichtkleinzelligen Lungenkarzinom und Mutationen des epidermalen Wachstumsfaktorrezeptors profitieren von Atezolizumab zusätzlich zum Versorgungsstandard in der Erstlinie


  • Michael Simm
  • Oncology Conference reports
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Erkenntnis

Eine Subgruppenanalyse von 124 EGFR(epidermaler Wachstumsfaktorrezeptor)-positiven Patienten der Studie IMpower150 wies unter dem Behandlungsschema mit Atezolizumab plus Bevacizumab plus Carboplatin plus Paclitaxel im Vergleich zum Versorgungsstandard eine Verbesserung im Überleben auf.

Warum das wichtig ist

Unter den 1.202 Patienten der Studie IMpower150 mit nichtsquamösem NSCLC im Stadium IV oder rezidivierter, metastatischer Erkrankung waren ca. 10 % mit Veränderungen im EGFR-Gen. Für diese Patienten standen nur begrenzt Behandlungsoptionen offen, nachdem Tyrosinkinaseinhibitoren (TKI) fehlschlugen.

Studiendesign

Analyse der Subpopulation von Patienten mit EGFR-Mutationen in den drei Behandlungsarmen der Studie IMpower150. Arm A: Atezolizumab plus Chemotherapie (n = 45), Arm B: Atezolizumab plus Bevacizumab plus Chemotherapie (n = 34), Arm C: Bevacizumab plus Chemotherapie (n = 45).

Wesentliche Ergebnisse

  • Das mediane Alter in den 3 Armen lag bei ca. 62 Jahren, wobei in Arm A 38 % und in den Armen B und C ca. 50 % männlich waren. Einen Allgemeinzustand von 0 laut Eastern Cooperative Oncology Group (ECOG) hatten 44 %, 53 % bzw. 60 %. Anteil der Patienten, die nie geraucht hatten: 64 %, 59 % bzw. 44 %. Lebermetastasen: 20 %, 12 % bzw. 16 %.
  • Das mediane progressionsfreie Überleben (PFS) betrug 10,2 Monate in Arm B vs. 6,9 Monate in Arm C bei einer Hazardrate (HR) von 0,61 und einem 95%igen Konfidenzintervall (KI) von 0,36–1,03.
  • Die Hazardraten waren besser und signifikant bei den 58 Patienten (73 %), die sensitive EGFR-Mutationsträger waren (HR: 0,41; 95 %-KI: 0,23–0,75) und für jene 50 Patienten (63 %), die vorher eine TKI-Therapie erhalten hatten (HR: 0,42; 95 %-KI: 0,22–0,80).
  • Das mediane Gesamtüberleben (OS) in Arm B war nicht einschätzbar und betrug 18,7 Monate in Arm C. Die HR für alle Patienten mit EGFR-Mutationen gesamt lag bei 0,61 (95 %-KI: 0,29–1,28). Sie war signifikant bei sensitiven EGFR-Mutationen (HR: 0,31; 95 %-KI: 0,11–0,83), verfehlte jedoch knapp die Signifikanz bei Patienten, die vorher TKI erhalten hatten (HR: 0,39; 95 %-KI: 0,14–1,07).
  • Mediane Ansprechdauer: Arm A: 5,6 Monate, Arm B: 11,1 Monate; Arm C: 4,7 Monate.
  • Es lagen keine Differenzen im PFS und OS zwischen den Armen A und C vor.
  • Schwerwiegende unerwünschte Ereignisse, die zum Behandlungsabbruch führten: 14 %, 33 % und 16 % in Arm A, B bzw. C.

Einschränkungen

Die Subgruppenanalyse wurde an einer relativ kleinen Anzahl von Patienten durchgeführt, die größere Unterschiede in den Baselinemerkmalen aufwiesen, als die Gesamtpopulation der Studienarme.

Finanzierung

F. Hoffmann-La Roche, Ltd.