Einwöchige Antibiotika-Therapie bei Kindern mit Pyelonephritis ausreichend

  • JAMA Netw Open

  • von Andrea Hertlein
  • Medizinische Nachrichten
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Kernbotschaft

Die Antibiotika-Therapie zur Behandlung einer Pyelonephritis bei Kindern ist bei einwöchiger Gabe genauso wirksam wie nach einer Langzeitanwendung von durchschnittlich elf Tagen. Zu diesem Schluss kommt eine restrospektive Studie der Johns Hopkins Universität in Baltimore, deren Ergebnisse jüngst in "JAMA Network Open" veröffentlicht wurden.

Pyelonephritis: Keine präzisen Angaben zur Behandlungsdauer

Pyelonephritis ist eine infektiöse Erkrankung des Nierenbeckens. Entscheidend ist eine frühzeitige antibiotische Therapie zur Vermeidung einer Ausbreitung des Infekts sowie einer Urosepsis. Pädiatrische Leitlinien empfehlen daher die frühzeitige Behandlung der Pyelonephritis mit einer Antibiotika-Therapie von insgesamt 7 bis 14 Tagen. Zu genaueren Angaben der Behandlungsdauer fehlen bislang jedoch aussagekräftige Daten.

Um dieser Frage nachzugehen, werteten Miriam Fox von der Johns Hopkins University School of Medicine in Baltimore und Mitarbeiter in einer retrospektiven Studie die klinischen Verläufe von etwa 800 Kindern und Jugendlichen (6 Monaten bis 18 Jahren) mit diagnostizierter Pyelonephritis aus. Etwa zwei Drittel der Kinder hatten sich einer Langzeitbehandlung (mehr als 10 Tage) unterzogen, während der Rest eine Kurzzeitbehandlung (6 bis 9 Tage) erhielt. Primärer Endpunkt der Studie war ein Therapieversagen, das sich durch den Besuch in der Notaufnahme, die Wiederaufnahme in ein Krankenhaus, Verlängerung der ursprünglich geplanten Antibiotika-Therapie oder durch den Tod äußerte.

Reduktion von Antibiotika-Resistenzen durch Kurzzeittherapie

Wie die Wissenschaftler berichteten, konnte bei Kinder nach einer Kurzzeit-Antibiotikatherapie (7-8 Tage) nicht signifikant häufiger ein Therapieversagen festgestellt werden gegenüber Kindern, die Antibiotika über einen Zeitraum von 11 bis 12 Tagen einnahmen (11.2% vs 9.4%; odds ratio, 1.22; 95% CI, 0.75-1.98). Auch bei der Inzidenz antibiotikaresistenter Infektionen zu einem späteren Zeitpunkt gab es keinen Unterschied zwischen beiden Therapieregimen.

Die Forscher kamen zu dem Schluss, dass für Kinder mit Pyelonephritis eine Antibiotika-Kurzzeittherapie ebenso wirksam sein könnte wie eine Langzeittherapie und gleichzeitig das Risiko künftiger antibiotikaresistenter Harnwegsinfektionen mindern könnte. „Unsere Daten liefern Anhaltspunkte, die als Richtschnur für Behandlungsempfehlungen bei einer häufigen pädiatrischen Infektion dienen können“, resümieren die Studienautoren. Zur Bestätigung dieser Ergebnisse seien jedoch weitere Studien erforderlich.

Finanzierung: FDA