Einige blutzuckersenkende Medikamente könnten vor Morbus Parkinson schützen

  • Brauer R & al.
  • Brain
  • 04.10.2020

  • von Miriam Tucker
  • Clinical Essentials
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Erkenntnis

  • Der Einsatz von Dipeptidylpeptidase-4-Inhibitoren (DPP4is) und/oder Glukagon-ähnliches Peptid-1-Rezeptoragonisten (GLP-1RAs) ist bei Typ-2-Diabetes (T2D) verglichen mit anderen oralen blutzuckersenkenden Medikamenten mit einer niedrigeren Rate an Morbus Parkinson (PD) assoziiert.

Warum das wichtig ist

  • Das PD-Risiko scheint bei Menschen mit T2D erhöht zu sein.

Studiendesign

  • Populationsbasierte Studie, die historische Primärversorgungsdaten von Patienten nutzte, davon wendeten 21.175 Glitazone, 36.897 DPP4is, 10.684 GLP-1RAs und 38.393 andere orale blutzuckersenkende Medikamente an.
  • Nachbeobachtet über ~ 3 Jahre.
  • Finanzierung: The Cure Parkinson’s Trust.

Wesentliche Ergebnisse

  • PD entwickelte sich bei 329 (0,3 %) von insgesamt 100.288 Patienten und bei 0,5 % der Glitazon-Anwender, bei 0,2 % der DPP4i-Anwender, bei 0,2 % der GLP-1RA-Anwender und bei 0,4 % der Anwender anderer Wirkstoffe.
  • Im Vergleich zu den Anwendern anderer oraler blutzuckersenkender Wirkstoffe betrugen die Inzidenzratenverhältnisse (IRRs; 95 %-KIs) für die PD-Inzidenz mit:
    • Glitazonen: 0,83 (0,64–1,07);
    • DPP4is: 0,54 % (0,41–0,73);
    • GLP-1RAs: 0,40 (0,24–0,66).
  • In einer adjustierten Analyse:
    • Es gab keine Evidenz für einen Zusammenhang zwischen der Anwendung von Glitazon und PD (IRR: 1,17; 95 %-KI: 0,76–1,63; p = 0,467);
    • Es gab starke Evidenz für einen umgekehrten Zusammenhang zwischen der Manifestation von PD und der Anwendung von DPP4is (IRR: 0,64; 95 %-KI: 0,43–0,88) und GLP-1RAs (IRR: 0,38; 95 %-KI: 0,17–0,60).

Einschränkungen

  • Mögliche Falschklassifizierung und Nichtadhärenz.
  • Retrospektive Daten, für Behandlungsempfehlungen werden laufende Ergebnisse der Phase-III-Studie abgewartet.