Einheitsgebührenordnung: In einem Jahr wird's spannend

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Berlin (pag) – Ende 2019 wird es spannend für alle niedergelassenen Ärzte, dann nämlich werden die Vorschläge für ein „modernes Vergütungssystem“ und etwaige Verschmelzung von EBM und GOÄ sowie für eine Weiterentwicklung der sektorübergreifenden Versorgung erwartet.

 

Gut ein Jahr hat die „Wissenschaftliche Kommission für ein modernes Vergütungssystem“ laut Koalitionsvertrag noch Zeit, sich über die Zusammenführung von gesetzlicher und privater Krankenversicherung Gedanken zu machen. Dabei sollen die 13 Wissenschaftler das derzeitige Honorarsystem in der ambulanten Versorgung, bestehend aus GOÄ und EBM, kritisch unter die Lupe nehmen und prüfen, ob eine Zusammenführung der beiden Gebührenordnungen möglich ist. So sollen Probleme, die durch die unterschiedliche Vergütungssystematik im privat- und vertragsärztlichen Bereich entstehen, behoben werden. Ihren Bericht  soll die Kommission bis zum 31. Dezember 2019 vorlegen.

 

Eine Verschmelzung von GOÄ und EBM ist die Voraussetzung dafür, dass bei einer Weiterentwicklung der sektorenübergreifenden Versorgung überhaupt an eine einheitliche Vergütung von Leistungserbringern im niedergelassenen und im Krankenhaus-Bereich zu denken ist. Wie eine größere Durchlässigkeit zwischen ambulant und stationär gelingen könnte, dazu soll bis 2020 eine Bund-Länder-Arbeitsgruppe Empfehlungen vorlegen. Ihr Arbeitsauftrag umfasst ausdrücklich auch das Thema Honorierung.

 

Im Fokus einer einheitlichen Vergütung werden voraussichtlich teil- und stationäre Leistungen stehen, wie Experten bei den 19. Berliner Gesprächen zum Gesundheitswesen berichten. Einen gemeinsamen Honorarrahmen für sektorübergreifende Tätigkeiten zu finden, werde unter anderem wegen der Vorhaltekosten, die Krankenhäuser tragen müssen, nicht einfach werden, sagt Dr. Rainer Hess, ehemaliger unparteiischer Vorsitzender des Gemeinsamen Bundesausschusses.  Er warnt davor, dass – abhängig vom künftigen Niveau einer gemeinsamen Vergütung – es zu Wettbewerbsverzerrungen und neuen Schnittstellenproblemen kommen könnte.  Einen möglichen Anhaltspunkt für eine einheitliche Vergütung nennt Dr. Martin Albrecht vom IGES-Institut: Gemäß einem Tarifgebersystem könne die Honorierung (DRG oder EBM) sich von Fall zu Fall auch danach richten, welcher Sektor leistungsprägend sei.