Einfache Maßnahmen könnten einen Großteil aller Stürze bei älteren Menschen verhindern


  • Michael Simm
  • Studien – kurz & knapp
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Kernbotschaften

Eine Netzwerk-Metaanalyse von 54 Studien zeigt, dass ältere Menschen, die sich körperlich betätigen, ein geringeres Sturzrisiko haben. Einen wesentlichen Beitrag zur Sturzprävention kann auch die augenärztliche Untersuchung und Behandlung leisten.

Hauptergebnisse

  • Von 283 randomisierten, kontrollierten Studien konnten 54 in die Netzwerk-Metaanalyse eingeschlossen werden. Diese umfassten 41596 Teilnehmer und 39 Interventionen plus der Standardversorgung.
  • Im Vergleich zur Standardversorgung senkten die folgenden Maßnahmen das Sturzrisiko:
    • Training: Quotenverhältnis (OR) 0,51
    • Training plus augenärztliche Untersuchung und Behandlung: OR 0,17
    • Training plus augenärztliche Untersuchung und Behandlung plus Begutachtung und Anpassung des Wohnumfeldes: OR 0,30
    • zusätzliche Maßnahmen wie interdisziplinäre Koordination (Case Management) und Behandlung einschließlich Supplementation mit Kalzium und Vitamin D: OR 0,12

Design

  • Identifizierung randomisierter, kontrollierter Studien zu Maßnahmen der Sturzprävention für Erwachsene ab 65 Jahren.
  • Auswertung bezüglich Zahl der Stürze mit Verletzungen und sturzbedingten Klinikeinweisungen (primäre Studienziele). Außerdem Sturzrate, Zahl der Gestürzten, Notfallambulanzbesuche, Arztbesuche, Zahl der Brüche, Kosten, negative Folgen von Interventionen und Lebensqualität auf drei verschiedenen Skalen mit jeweils 0-100 Punkten (sekundäre Studienziele).
  • Auswertung bezüglich Korrelation von primären und sekundären Studienzielen bezüglich 17 Gruppen von Interventionsmaßnahmen.
  • Finanzierung: Canadian Institutes of Health Research.

Klinische Bedeutung

Stürze sind die Ursache für einen erheblichen Teil der Morbidität im Alter und sie stellen eine erhebliche Belastung für die Angehörigen wie auch für die Gesundheitssysteme dar. Daten des US-National Institute of Aging nennen eine 2-Jahresprävalenz von 36 % ab dem 65sten Lebensjahr. In dieser Meta-Analyse hat man nach evidenzbasierten Maßnahmen zur Verringerung der Sturzraten gesucht und neben der körperlichen Betätigung weitere, vergleichsweise billige Interventionen identifiziert, die bei der Betreuung geriatrischer Patienten bedacht werden sollten. Das Risiko von Sturzverletzungen könnte damit um bis zu 88 % gesenkt werden.